Foto: Aishwarya Y/Shutterstock
In Washington wurde die Debatte über den Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act) plötzlich auf Pause gesetzt. Das US Senate Banking Committee unter der Leitung von Senator Tim Scott sagte in letzter Minute eine wichtige Abstimmung ab. Unter anderem dank der Kryptobörse Coinbase hängt die bahnbrechende Krypto-Gesetzgebung nun an einem seidenen Faden. Was ist los?
Sorgen von OKX
Der >CLARITY Act soll das amerikanische Regel-Chaos rund um Krypto lösen. Die Gesetzgebung zieht Grenzen: Welche Token fallen unter die Wertpapiergesetzgebung, wer erhält die Aufsicht und was passiert mit DeFi? Diese Klarheit ist genau das, worauf große Parteien warten. Die Ausgestaltung der Gesetzgebung kann dem Markt einen Wachstumsschub geben, aber genauso gut Innovation im Keim ersticken. Im Kryptosektor machen sich einige Parteien darüber große Sorgen.
Einer der besorgten Prominenten ist Haider Rafique, Global Managing Partner und CMO bei OKX. Er nennt den GENIUS Act einen Schritt nach vorn, mit Anforderungen für echte Reserven, Anti-Geldwäsche-Regeln und Kundenschutz. Der CLARITY Act droht jedoch die Sache wieder zurückzudrehen, wenn Stablecoin-Renditen verboten oder ausgehöhlt werden, stellt er fest. Rafique:
Der GENIUS Act war ein enormer Gewinn. Echte Reserven, solide Anti-Geldwäsche-Regeln und besserer Schutz für Nutzer. Diese Debatte sollte meiner Meinung nach abgeschlossen sein.
Der CMO von OKX ist besorgt über den CLARITY Act:
Wenn du einfache Renditen auf das Halten von Stablecoins ausschließt, dann machen wir einen großen Schritt rückwärts. Stablecoin-Renditen bilden gerade die Brücke zur Dollar-Dominanz innerhalb von Krypto. Nimmst du passive Einkommen weg, dann siehst du das Geld einfach ins Ausland abwandern.
Coinbase tritt auf die Bremse: „schlechter als nichts“
Der Gesetzentwurf kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt, weil er endlich Klarheit darüber schaffen soll, wer die Aufsicht über den Kryptomarkt hat. Dieser Kampf findet zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der The Commodity Futures Trading Commission (CFTC) statt. Klarheit darüber, wer die Zügel in der Hand hat, öffnet möglicherweise die Tür zu einer breiteren institutionellen Adoption von Krypto. Gleichzeitig geht es die Sorgen von Banken über Stablecoins an.
Vorerst ist von Klarheit noch keine Rede, denn Coinbase tritt auf die Bremse. Die Behandlung der Gesetzgebung verzögerte sich, nachdem Coinbase-CEO Brian Armstrong öffentlich gegen den aktuellen Text ausholte. Sein Urteil war ungewöhnlich scharf: Diese Version ist seiner Meinung nach „schlechter als nichts“.
Der Anlass sind einige Bestimmungen in der Gesetzgebung, die Stablecoin-Belohnungen und Renditen möglicherweise einschränken. Laut Coinbase erstickt das Innovation und treibt Nutzer in Richtung ausländischer, weniger regulierter Parteien. Übrigens steht die Kryptobörse nicht allein, denn auch Cardano-Gründer Charles Hoskinson zweifelt an der Machbarkeit der Gesetzgebung.
Gleichzeitig lobbyieren traditionelle Banken gerade für strengere Regeln, weil sie befürchten, dass Spargeld von Bankkonten zu Stablecoin-Produkten abfließt.
Kryptomarkt reagiert auf Aufschub
Die Auswirkung war direkt auf dem Markt sichtbar: Bitcoin (BTC) sackte unter die 96.000 Dollar nach dem Aufschub, während Krypto-Aktien wie Coinbase, Circle und Strategy ebenfalls drei bis fünf Prozent fielen.
Der Rückgang ist besonders auffällig, weil die breiteren amerikanischen Aktienmärkte zuvor noch stiegen. Der Rückgang kam nach einer starken Woche, in der über 1,7 Milliarden Dollar in amerikanische Bitcoin-ETFs einflossen.
Was nun?
Die Besprechung stand um den 15. Januar auf der Agenda, aber durch den aktuellen Gegenwind wurde der Prozess verschoben. Senator Tim Scott, Vorsitzender des Banking Committee, sagt, dass die Verhandlungen weitergehen. Der Text muss nur noch erheblich angepasst werden, um sowohl den Kryptosektor als auch die traditionelle Finanzwelt mitzunehmen.
Der Markt schaut unterdessen vor allem auf zwei Dossiers:
1. Stablecoins (und vor allem: Renditen)
2. DeFi (wie weit reicht die Regulierung, wer fällt darunter?)
Das Ironische ist, dass diese Gesetzgebung Krypto in den Vereinigten Staaten sicherer und attraktiver machen soll. Aber wenn die Regeln zu streng werden, vor allem rund um Stablecoin-Yields, dann entsteht vielleicht der gegenteilige Effekt. Wie Rafique von OKX angibt: Nimmst du passives Einkommen weg, dann läuft das Geld weg, anstatt dass es böse in einer Ecke schmollt.
Die Gesetzgebung, die Klarheit bringen soll, hängt nun an einem seidenen Faden. Und solange Washington keinen Kompromiss findet, bleibt die Zukunft der amerikanischen Krypto-Regulierung ungewiss.
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