Ermittler aus Baden-Württemberg haben gemeinsam mit französischen Behörden einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen organisierte Cyberkriminalität erzielt. Nach jahrelangen Ermittlungen wurde der mutmaßliche Kopf einer internationalen Betrügerbande in Frankreich festgenommen. Die Gruppe soll mit Phishing-Angriffen rund eine Million Euro von deutschen Opfern erbeutet und das Geld anschließend über Kryptowährungen verschleiert haben.
Phishing-Angriffe auf Online-Banking-Konten
Nach Angaben der Ermittler verschickten die Täter gezielt Phishing-E-Mails, um an sensible Zugangsdaten ihrer Opfer zu gelangen. Dabei hatten es die Kriminellen vor allem auf Online-Banking- und Mobilfunkkonten abgesehen.
Mit den gestohlenen Informationen konnten sie anschließend Sicherheitsmechanismen umgehen, die normalerweise Überweisungen schützen sollen. Auf diese Weise gelang es den Tätern, unbemerkt Geld von den Konten der Betroffenen abzubuchen.
Das erbeutete Geld wurde anschließend auf manipulierte Kryptowährungskonten übertragen. Durch diese Transfers versuchten die Täter laut Ermittlern, die Herkunft der Gelder zu verschleiern und die Spur der Transaktionen zu verwischen.
Internationaler Zugriff nach jahrelangen Ermittlungen
Die Ermittlungen der Cyber-Spezialisten dauerten mehrere Jahre und umfassten zahlreiche verdeckte Maßnahmen im In- und Ausland. Schließlich konnten drei mutmaßliche Mitglieder der Bande identifiziert werden.
Am Dienstag, dem 10. März, kam es zu einer koordinierten Durchsuchungsaktion in Frankreich und im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Dabei arbeiteten deutsche Ermittler eng mit der französischen Police Nationale zusammen.
Der 36-jährige mutmaßliche Haupttäter, ein Mann mit jugoslawischer Staatsangehörigkeit, wurde in Frankreich festgenommen. Ein Haftrichter setzte den zuvor erlassenen Haftbefehl in Vollzug, sodass sich der Verdächtige inzwischen in Untersuchungshaft befindet.
Zwei weitere mutmaßliche Beteiligte im Alter von 42 Jahren wurden in Rheinland-Pfalz durchsucht. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.
Kryptowährungen zur Verschleierung von Betrugsgeldern
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher. Zudem beschlagnahmten sie Vermögenswerte im hohen sechsstelligen Bereich, darunter Schmuck und Kryptowährungen.
Der Fall zeigt erneut, wie Cyberkriminelle versuchen, digitale Währungen wie Bitcoin (BTC) zu nutzen, um Geldströme zu verschleiern. Gleichzeitig verdeutlicht der Einsatz aber auch, dass internationale Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden immer häufiger zu Erfolgen gegen solche Netzwerke führt.
Die sichergestellten Beweise werden nun ausgewertet. Die Ermittlungen gegen die Beteiligten dauern weiterhin an.