KI-Boom verändert DAX: Siemens überholt SAP

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16. Apr. 2026, 16:43
KI-Boom verändert DAX: Siemens überholt SAP
Foto: m.mphoto /Shutterstock

Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert zunehmend die Kräfteverhältnisse an den Finanzmärkten – nun auch im deutschen Leitindex DAX. Während Softwarekonzerne lange als Hauptprofiteure galten, verschiebt sich das Bild: Industrie- und Energieunternehmen rücken in den Vordergrund. Eine Entwicklung, die auch für Anleger neue Fragen aufwirft.

SAP verliert Spitzenposition im DAX

Lange Zeit galt der Softwarekonzern SAP als wertvollstes Unternehmen im DAX. Doch diese Dominanz scheint zu bröckeln, SAP nicht mehr die Nummer eins im Index. Grund dafür sind laut Marktbeobachter Holger Zschaepitz, wachsende Sorgen, dass KI das klassische Softwaregeschäft zunehmend unter Druck setzen könnte.

Diese Neubewertung zeigt: Selbst etablierte Tech-Konzerne sind nicht automatisch Gewinner des KI-Booms. Vielmehr stellt sich die Frage, welche Geschäftsmodelle langfristig bestehen können.

Siemens profitiert von „physischer KI“

An die Spitze des DAX hat sich stattdessen Siemens gesetzt. Der Industriekonzern profitiert vom Trend zur sogenannten „physischen KI“ – also Anwendungen in Bereichen wie Automatisierung, Infrastruktur und Robotik.

Diese Form der KI ist eng mit der realen Wirtschaft verknüpft und benötigt umfangreiche Hardware, Produktionskapazitäten und industrielle Systeme. Siemens ist hier strategisch gut positioniert und kann die steigende Nachfrage bedienen.

Energiebedarf treibt neue Gewinner

Ein oft unterschätzter Faktor des KI-Booms ist der enorme Energiebedarf. Rechenzentren und KI-Anwendungen benötigen große Mengen Strom – ein Trend, der Energieunternehmen Auftrieb gibt.

Besonders deutlich wird das bei Siemens Energy. Das Unternehmen gehört inzwischen zu den wertvollsten im DAX und besetzt damit Platz 3. Es kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 147 Milliarden Euro. Auch Versorger wie E.ON und RWE gewinnen an Bedeutung.

Halbleiter bleiben Schlüsseltechnologie

Neben Industrie und Energie spielen auch Halbleiter eine zentrale Rolle. Der Chip-Hersteller Infineon gehört weiterhin zu den wichtigsten Akteuren im Index. Ohne leistungsfähige Chips wäre der aktuelle KI-Boom nicht möglich.

Was das für Anleger bedeutet

Die Entwicklung im DAX zeigt eine klare Sektor-Rotation: Weg von reiner Software, hin zu Infrastruktur, Energie und Industrie. Für Anleger könnte das bedeuten, ihre Strategien anzupassen und neue KI-Gewinner in den Blick zu nehmen.

Der Wandel verdeutlicht, dass KI nicht nur ein Software-Thema ist, sondern längst die gesamte Wirtschaft erfasst.