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Anleger blickten gespannt auf Trumps Ankunft in Davos, aber mittlerweile ist die Ruhe auf den Kryptomarkt zurückgekehrt. Oder trügt der Schein? Hinter den Kulissen nähert sich eine wichtige Krypto-Deadline.
Heute laufen Optionskontrakte auf Bitcoin und Ethereum mit einem Gesamtwert von 2,1 Milliarden Dollar ab. Möglicherweise verursacht dies Volatilität auf dem Kryptomarkt.
Kryptohändler am Zug
Das Ablaufen von Optionen bedeutet, dass Kontrakte ihr Enddatum erreichen und danach keinen Wert oder keine Wirkung mehr haben. Deshalb müssen Kryptohändler entscheiden, was sie mit ihrer Position tun. Bei Bitcoin und Ethereum geht es um einen sehr hohen Betrag von 2,1 Milliarden Dollar.
Bei ablaufenden Kontrakten müssen viele Händler gleichzeitig handeln. Dies verursacht in kurzer Zeit manchmal zusätzlichen Kauf- und Verkaufsdruck, wodurch die Chance auf plötzliche Kursbewegungen zunimmt.
Anfang Januar liefen für 1,8 Milliarden Dollar an BTC- und ETH-Optionen ab. Dieses Ereignis sorgte für viel Spannung auf dem Kryptomarkt.
Offene Bitcoin- und Ethereum-Optionen
Die untenstehende Grafik von Coinglass zeigt, an welchen Verfallsdaten die meisten Bitcoin-Optionen offen stehen. Je größer die Spitze, desto größer die Chance auf zusätzliche Volatilität rund um dieses Datum:

Für Ethereum gilt Folgendes:

Achte auf dieses Niveau bei Bitcoin und Ethereum
Beim Verfallen von Optionen spielt das sogenannte Max Pain-Niveau eine wichtige Rolle. Dies ist das Kursniveau, bei dem die meisten Optionsinhaber am schlechtesten abschneiden und wo die meisten Kontrakte wertlos ablaufen. Bei BTC liegt das Niveau derzeit bei rund 90.000 Dollar und bei ETH bei 3000 Dollar.
Wenn Kontrakte verfallen, wirkt das Max Pain-Niveau wie eine Art Magnet, weil Parteien, die Optionen verkauft haben, oft handeln, um Risiken zu begrenzen. Dadurch wird der Kurs manchmal in Richtung dieses Punktes gezogen, besonders wenn der Markt dünn ist.
Wie auch immer, der Markt ist vorsichtig. Mit einer Put-Call-Ratio von 1,26 tendieren Trader eher zum Schutz gegen einen Rückgang (Puts) als zu einem weiteren Anstieg (Calls).
Die Put-Call-Ratio zeigt, wie viele Put-Optionen (Wetten auf einen Rückgang) es im Vergleich zu Call-Optionen (Wetten auf einen Anstieg) gibt. Ist diese Ratio höher als eins, dann gibt es mehr Puts als Calls und der Markt erwartet oder befürchtet eher einen Rückgang als einen Anstieg.
Auffällige Unterschiede zwischen Bitcoin und Ethereum
Zwischen Bitcoin und Ethereum bestehen einige auffällige Unterschiede. Auf dem Bitcoin-Markt nimmt die Nachfrage nach Put-Optionen zu. Händler nutzen dieses Finanzprodukt als eine Art Versicherung gegen einen fallenden Kurs. Einfach gesagt: Sie kaufen Schutz für den Fall, dass der Bitcoin-Kurs sinkt.
Dieser Trend weist auf ein vorsichtiges Sentiment unter Anlegern hin. Der Markt erwartet mehr Bewegung als normal, denn die erwartete Volatilität liegt bei rund 42 Prozent für BTC und 56 Prozent für ETH. Diese Zahl gibt an, wie stark der Kurs voraussichtlich in der kommenden Zeit schwanken wird.
Für Ethereum ist die Geschichte völlig anders. Obwohl die erwartete Volatilität auf dem niedrigsten Punkt des Jahres steht, wetten Händler gerade auf einen kräftigen Kurssprung. Sie nutzen hierfür eine Strategie, die Straddle heißt.
Wer einen Straddle nutzt, spekuliert auf eine große Kursbewegung. Dies kann sowohl nach oben oder nach unten sein. Weil die erwartete Volatilität jetzt niedrig ist, ist diese Strategie relativ günstig. Das Sentiment ist also nicht unbedingt negativ, aber Händler erwarten Feuerwerk.
Es gibt eine deutliche Zweiteilung. Bitcoin-Händler wählen eine defensive Strategie und schützen sich gegen einen möglichen Rückgang. Händler bei Ethereum hoffen gerade davon zu profitieren, von einem großen Kurssprung, in welche Richtung dieser auch geht.