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Die Spannung rund um Ethereum (ETH) steigt. Die Kryptowährung ist unter ein wichtiges Unterstützungsniveau gefallen. Immer weniger Anleger setzen auf steigende Kurse (Long-Positionen), während die Zahl der Wetten auf fallende Kurse (Short-Positionen) zunimmt.
Ethereum-Investoren warten gespannt auf das, was kommt. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt: Der September könnte wieder für Überraschungen sorgen. Müssen wir uns vor dem berüchtigten „September-Fluch“ fürchten – oder gibt es Grund zur Hoffnung?
Ethereum fällt unter die Tom-Lee-Trendlinie
Ethereum ist unter eine bekannte Trendlinie gefallen, die vom Analysten Tom Lee eingeführt wurde. Diese imaginäre Linie auf dem Kurschart gilt als wichtiger Indikator dafür, ob der Kurs in einem gesunden Aufwärtstrend liegt oder Schwäche zeigt.
Das Unterstützungsniveau bei 4.300 US-Dollar konnte nicht gehalten werden. Noch vor sechs Tagen erreichte Ethereum ein Allzeithoch bei 4.900 US-Dollar, bevor der Kurs deutlich fiel. Auch der Rückgang von Bitcoin trug zu diesem Abwärtstrend bei.
Diese Bewegung durchbrach die Tom-Lee-Trendlinie, was als Zeichen für nachlassende Liquidität im Markt gewertet wird. Mit weniger Kapital und Handelsvolumen kann der Preis bei kritischen Unterstützungen schneller und stärker fallen.

Zwischen dem 22. August und Freitag wurden Ethereum-Long-Positionen im Wert von 338 Millionen US-Dollar liquidiert – ein mögliches Vorzeichen für einen weiteren Rückgang im September.
Mark Newton, Analyst beim Finanzanalysehaus Fundstrat, bezeichnete die 4.300-Dollar-Marke als entscheidenden Boden. Dieser wurde mittlerweile bereits zweimal unterschritten.
September: Schwacher Monat für Ethereum
Traditionell zählt der September nicht zu den stärksten Monaten für Kryptowährungen. In manchen Jahren verlor Ethereum in diesem Monat sogar über 10 Prozent. Das zeigt eine Kursstatistik von Coinglass zur monatlichen ETH-Performance.

Traditionell zählt der September nicht zu den stärksten Monaten für Kryptowährungen. In manchen Jahren verlor Ethereum in diesem Monat sogar über 10 Prozent. Das zeigt eine Kursstatistik von Coinglass zur monatlichen ETH-Performance.
Futures-Markt und Open Interest im Blick
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Futures-Handel von Ethereum. Hierbei handelt es sich um Verträge, ETH zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem heute vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
Laut Analyst Amr Taha von CryptoQuant ziehen sich derzeit vor allem Kleinanleger aus dem Ethereum-Markt zurück und schließen ihre Long-Positionen. Das bedeutet: Weniger Vertrauen in einen steigenden Kurs.
Auch das sogenannte Open Interest – die Summe aller offenen Futures-Positionen – ist gesunken. Aktuell liegt es bei rund 9 Milliarden US-Dollar. Doch das ist nicht nur negativ: Bei der letzten starken Schrumpfung des Open Interest folgte eine kräftige Erholung mit einem Kursanstieg auf 4.900 US-Dollar.
Im Moment dominieren Short-Positionen das Marktbild, während Long-Positionen entweder geschlossen oder zwangsliquidiert wurden. Neue Long-Positionen bleiben weitgehend aus – der Markt wirkt dadurch pessimistisch.
Allerdings: Ein Rückgang der Longs muss nicht zwangsläufig negativ sein. In manchen Fällen führt eine Überzahl an Shorts dazu, dass diese bei steigenden Kursen zwangsweise geschlossen werden müssen – was eine explosive Aufwärtsbewegung auslösen kann.
Der September bleibt ein kritischer Monat für Ethereum und die gesamte Kryptomarktbeobachtung.
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