Jan-Eric Stehr Jan-Eric Stehr
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Warum Kurse aufgrund eines „Friedens“ steigen, den niemand ernst nimmt

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Bitcoin-Kurs tritt auf der Stelle, während Trump Hoffnung auf Friedensdeal macht

Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com

Der Kryptomarkt hat sich diese Woche wieder erholt. Bitcoin konnte sogar die psychologisch wichtige Marke von 75.000 US-Dollar durchbrechen, und auch Altcoins zogen kräftig mit. Der Auslöser? Donald Trumps Ankündigung eines 10-tägigen Waffenstillstands zwischen Israel und Libanon.

Doch hinter diesem plötzlichen Kurssprung steckt eine zynische Realität. Viele Investoren glauben überhaupt nicht, dass der Frieden tatsächlich Bestand hat.

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Seit Wochen wird mit Frieden „gelockt“

Aus einer umfassenden Marktanalyse der Datenplattform SanSights geht hervor, dass die anhaltenden Kriegshandlungen zuletzt der wichtigste Grund für die niedrigen Kryptokurse waren. Diese Einschätzung basiert unter anderem auf Interaktionen in sozialen Medien.

Jedes Gerücht über eine Deeskalation führt nun logischerweise zu einem sofortigen Kursanstieg. Dennoch ist der Markt alles andere als von Trumps diplomatischem Erfolg überzeugt.

Laut der Analyse wird die Welt nämlich bereits seit sechs Wochen mit einem möglichen Frieden „hingehalten“, was zu einem tiefen Misstrauen geführt hat. Und das erwies sich gestern als berechtigt.

Nahezu unmittelbar nach der offiziellen Ankündigung meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Waffenstillstand bereits ins Wanken geraten sei, wobei Israel und Libanon sich umgehend gegenseitig neue Verstöße vorwarfen. Trotz dieser ernüchternden Realität stiegen die Kryptokurse weiter.

Der Masse einen Schritt voraus sein

Warum stecken Händler also trotzdem massenhaft Geld in den Markt, obwohl das Abkommen nachweislich fragil ist? Die Antwort liegt in der Psychologie des Marktes.

Die Forscher von SanSights bezeichnen dies als eine Reaktion zweiter Ordnung. Händler reagieren nicht auf die tatsächliche Lage im Nahen Osten, sondern versuchen schlicht, dem Herdenverhalten anderer zuvorzukommen.

„Preisbewegungen werden nicht durch den Glauben an die Nachrichten selbst angetrieben, sondern durch die Erwartung, wie eifrig private und institutionelle Händler darauf aufspringen werden.“

Sobald ein Funken Hoffnung in den Nachrichten auftaucht, schalten Händler in den „Risk-on“-Modus, und das klassische Prinzip „Buy the rumor“ setzt sich durch. Das führt zu schnellen Gewinnen, doch die Analyse warnt auch vor der Kehrseite.

Denn das bedeutet auch, dass der Optimismus am Markt äußerst fragil ist; es braucht nur einen Rückschlag am Verhandlungstisch, um diese Rallye gnadenlos zu bestrafen. Die Forscher warnen:

„Jedes Mal, wenn große Nachrichten erscheinen, die auf eine Entspannung im Nahen Osten hindeuten und Händler sich beim Kauf von Krypto wohler fühlen, tritt erneut ein bedeutendes Ereignis ein, das eine Kettenreaktion von Abwärtsdruck auslöst.“

Kurz gesagt: Auch wenn die Nachrichten manchmal positiv erscheinen, sollten Händler wachsam bleiben. Die Kursanstiege nach solchen Meldungen können nämlich nur von kurzer Dauer sein.

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Über den Autor:
Jan-Eric Stehr

Jan-Eric Stehr ist seit August 2023 Chief Editor bei Crypto Insiders. Davor übersetzte und lokalisierte er die Website ins Deutsche. Mit seinem Ingenieursabschluss (B.Sc.) in Prozessmanagement/Maschinenbau und beruflicher Erfahrung im Consulting, unterstützt er Unternehmen beim Einstieg in den deutschen Markt. Seine Leidenschaft für Kryptowährungen fand er 2020, als er in sie investierte, und durch seine freiberufliche Tätigkeit vertiefte er sich weiter in dieses Thema.

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