Die Kurse von Bitcoin und dem übrigen Kryptomarkt sind mit einem deutlichen Rückgang in die Woche gestartet. Hintergrund dürfte sein, dass die Vereinigten Staaten in der vergangenen Nacht bereits zum neunten Mal in Folge Luftangriffe auf den Iran durchgeführt haben. Gleichzeitig steigt der Ölpreis weiter an, was die Finanzmärkte belastet, da höhere Energiepreise die Inflation anheizen und damit die Geldpolitik der Zentralbanken beeinflussen könnten.
Weitere Eskalation setzt Bitcoin unter Druck
Der Preis für Brent-Rohöl, die wichtigste europäische Referenzsorte für Rohöl, liegt erstmals seit dem 11. Juni wieder über 90 US-Dollar pro Barrel. Damit notiert er rund 3 Prozent höher als zum Wochenschluss der vergangenen Woche und ist seit dem 7. Juli bereits um mehr als 26 Prozent gestiegen. Bitcoin konnte in den vergangenen Wochen zwar deutlich zulegen, gerät nun jedoch offenbar erneut durch die eskalierende Lage im Nahen Osten unter Druck.

Von der Waffenruhe ist inzwischen nichts mehr übrig geblieben. Der Iran hat die Straße von Hormus erneut geschlossen, die USA haben ihre zuvor ausgesetzte Blockade iranischer Häfen wieder aufgenommen, und es ist unklar, ob beide Staaten überhaupt noch miteinander verhandeln. Der weiter steigende Ölpreis zeigt jedenfalls, dass die Märkte derzeit kaum auf eine diplomatische Lösung vertrauen.
Die iranische Regierung betonte am vergangenen Samstag, dass die im vergangenen Monat geschlossene Rahmenvereinbarung aus ihrer Sicht nicht länger gültig sei. „Wir konzentrieren uns derzeit auf die Verteidigung unseres Landes“, erklärte der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi. Beide Seiten hatten ursprünglich vereinbart, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Friedensabkommen auszuarbeiten.
Bereits in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass in dieser Woche Kraftwerke und Brücken ausgeschaltet würden. Der Iran machte seinerseits deutlich, dass jeder amerikanische Angriff mit „überwältigender Stärke“ beantwortet werde.
Für etwas Entspannung an den Märkten sorgten vergangene Woche die US-Inflationsdaten, die niedriger ausfielen als erwartet. Deshalb rechnet derzeit kaum noch jemand damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche die Leitzinsen anheben wird. Für das Jahresende erwarten die Märkte allerdings weiterhin mindestens eine Zinserhöhung. Sollte der Ölpreis weiter steigen, dürfte die Wahrscheinlichkeit dafür zunehmen.
Höhere Zinsen erhöhen die risikofreie Rendite, die Anleger mit Staatsanleihen erzielen können. Dadurch werden risikoreichere Anlagen wie Bitcoin weniger attraktiv. Gleichzeitig bremst ein höheres Zinsniveau die Kreditvergabe, wodurch weniger Kapital in die Finanzmärkte fließt.
Der Bitcoin-Kurs wurde am Wochenende erneut an der Oberkante des seit Längerem bestehenden Abwärtstrendkanals abgewiesen. Solange sich der Kurs jedoch oberhalb der grünen Unterstützungszone hält, die bis etwa 62.000 US-Dollar reicht, besteht weiterhin die Chance auf einen Ausbruch in Richtung 70.000 US-Dollar.

Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert Bitcoin auf der Kryptobörse OKX bei 64.084 US-Dollar. Auf der europäischen Kryptobörse Bitvavo entspricht dies einem BTC-Preis von 56.046 Euro. Gegenüber dem Stand vor 24 Stunden liegt Bitcoin damit 0,89 Prozent im Plus.
Auch Altcoins geraten unter Druck – mit Ausnahme von PUMP
Der übrige Kryptomarkt entwickelt sich derzeit ebenfalls schwach. Ethereum verliert 0,68 Prozent, XRP 0,80 Prozent, Hyperliquid 0,73 Prozent und Solana begrenzt den Rückgang auf 0,11 Prozent.
PUMP ist heute der klare Gewinner mit einem Kursanstieg von 18,56 Prozent. Der Token gehört zur Plattform Pump.Fun, über die sich Memecoins einfach auf dem Solana-Netzwerk erstellen lassen.
Auch Pi Coin entwickelt sich mit einem Plus von 10,48 Prozent ausgesprochen stark. Zu den größten Verlierern zählen dagegen Filecoin und Zcash mit Kursverlusten von 5,17 beziehungsweise 4,96 Prozent.







