Foto: Max Acronym/Shutterstock
Die Polizei hat ein Darknet-Netzwerk nach einer internationalen Operation von beispiellosem Ausmaß zerschlagen. Unter der Leitung Deutschlands und Europols wurden mehr als 373.000 Websites auf einen Schlag offline genommen.
Hinter dem Netzwerk stand eine Gruppe von Kriminellen, die ihre Opfer in Bitcoin (BTC) bezahlen ließ – doch genau diese Spur wurde ihnen letztlich zum Verhängnis.
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Kurz zusammengefasst
- Eine internationale Polizeiaktion mit 23 Ländern legte ein großes Betrugsnetzwerk im Darknet lahm.
- Kriminelle erhielten über 345.000 Euro in Bitcoin-Zahlungen für Dienstleistungen, die nie erbracht wurden.
- Der Hauptverdächtige und 440 Kunden wurden identifiziert – ein Beweis dafür, dass Kryptozahlungen nachverfolgbar sind.
Großangelegte internationale Operation
Die Operation mit dem Namen „Operation Alice“ fand vom 9. bis 19. März statt. Ermittlungsbehörden aus 23 Ländern arbeiteten eng zusammen, um das Netzwerk auszuschalten. Insgesamt wurden 105 Server beschlagnahmt, auf denen Hunderttausende Websites betrieben wurden.
Der Hauptverdächtige ist ein 35-jähriger Mann aus China. Gegen ihn wurde von den deutschen Behörden ein internationaler Haftbefehl erlassen. Laut Ermittlern betrieb er das Netzwerk bereits seit November 2019.
‼️ Operation Alice: 23 Nations Unite to Dismantle Massive Dark Web CSAM Network
23 countries. 440 suspects identified. One operator running it all from China.
German authorities & Europol spent nearly 5 years unraveling a sprawling network of fraudulent dark web sites… pic.twitter.com/vducA25f3G
— Dark Web Informer (@DarkWebInformer) March 20, 2026
Bitcoin-Spur führt zu Tätern und Kunden
Über sogenannte Onion-Websites bot das Netzwerk illegale Dienstleistungen und Inhalte an, darunter Kinderpornografie und Cybercrime-Tools. Kunden zahlten Beträge zwischen 17 und 215 Euro, erhielten jedoch nach der Zahlung nichts.
Die Zahlungen erfolgten in Bitcoin. Spezialisten von Europol konnten diese Transaktionen nachverfolgen, wodurch nicht nur der Betreiber identifiziert wurde, sondern auch 440 Kunden. Diese gelten nun ebenfalls als Verdächtige, da sie versucht haben, illegale Inhalte zu erwerben.
Der Fall zeigt erneut, dass Bitcoin-Transaktionen weniger anonym sind, als oft angenommen wird. Bereits zuvor wurde deutlich, dass selbst komplexe Konstruktionen mit Mixern und mehreren Wallets nicht immer ausreichen, um Spuren vollständig zu verwischen.
Darknet und Bitcoin bleiben eng verbunden
Dass Bitcoin weiterhin eine große Rolle im Darknet spielt, zeigen auch andere aktuelle Entwicklungen. So erhielt Ross Ulbricht, der Gründer des berüchtigten Darknet-Marktplatzes Silk Road, kürzlich eine mysteriöse Spende von 300 Bitcoin im Wert von rund 31 Millionen US-Dollar.
Blockchain-Analysen deuten darauf hin, dass diese Spende wahrscheinlich mit Alphabay in Verbindung steht – einem illegalen Marktplatz, der jahrelang im Darknet aktiv war.
Der Absender nutzte unter anderem Mixing-Dienste und verteilte Transaktionen, um die Herkunft zu verschleiern, dennoch konnten Ermittler Muster erkennen.
Die Kombination dieser Fälle zeigt, dass Kryptotransaktionen im kriminellen Umfeld zwar verschleiert werden, aber selten vollständig unsichtbar für Strafverfolgungsbehörden sind.
Mehr als 345.000 Euro verdient
Insgesamt verdienten die Kriminellen schätzungsweise über 345.000 Euro von rund 10.000 Kunden. Neben Servern beschlagnahmte die Polizei auch Computer, Mobiltelefone und andere Datenträger.
Laut Europol-Direktorin Catherine De Bolle sendet die Aktion ein klares Signal:
„Wenn internationale Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, können sich Kriminelle nirgendwo verstecken. Wir werden sie aufspüren und zur Rechenschaft ziehen.“
Die Ermittlungen zu dem Netzwerk laufen bereits seit Mitte 2021. Europol spielte eine zentrale Rolle beim Informationsaustausch und der Analyse der Kryptotransaktionen.
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