Kein Bitcoin-Boost trotz US-China-Deal

3 Min. Lesedauer
03. Nov. 2025, 15:14

Südkorea war am vergangenen Wochenende Schauplatz von Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und China.

Das Treffen führte zu einem wichtigen Abkommen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Die Importzölle werden abgeschafft, und es kommt zu einer Lockerung der Exportbeschränkungen.

Auffällig ist jedoch, dass diese historische Handelsvereinbarung kaum Auswirkungen auf den Kryptomarkt hat. Der Bitcoin(BTC)-Kurs fiel in den letzten 24 Stunden sogar um 3 %.

Warum bleibt die Euphorie unter Bitcoin-Investoren aus?

Neues Handelsabkommen zwischen den USA und China

Am 1. November trafen sich Donald Trump und Xi Jinping in Gyeongju, Südkorea. Nach stundenlangen Gesprächen einigten sich die beiden Staatschefs auf ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und China.

China lockert die Exportregeln für seltene Erden, setzt alle seit März geltenden Vergeltungszölle aus und beschränkt zudem künftig die Ausfuhr von Fentanyl in die USA.

Im Gegenzug senken die Vereinigten Staaten ihre Einfuhrzölle auf chinesische Waren um 10 %. Alle bisherigen Ausnahmen werden bis November 2026 verlängert.

Verhaltene Reaktion der Kryptomärkte auf das Abkommen

Die Trump-Regierung feierte das Abkommen in einem Statement des Weißen Hauses:

„Ein großer Sieg, der die wirtschaftliche Stärke und nationale Sicherheit der USA schützt und amerikanische Arbeiter, Landwirte und Familien in den Mittelpunkt stellt.“

Auch der Finanznewsletter The Kobeissi Letter bezeichnete die Einigung als bedeutend und vorteilhaft für die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China.

Trotz des Durchbruchs blieb die Reaktion auf dem Kryptomarkt verhalten.

Laut Analysten deutet dies auf einen Wandel im Anlegerprofil hin: Langfristige Bitcoin-Halter verkaufen verstärkt, während institutionelle Investoren zunehmend den Markt betreten.

Institutionelle Akteure – wie Vermögensverwalter – reagieren in der Regel weniger emotional auf Nachrichten. Sie kaufen nicht bei jeder positiven Schlagzeile, sondern agieren zurückhaltend.

Genau das zeigte sich in der Reaktion der Märkte auf die Einigung zwischen den USA und China.

Oktober bringt rote statt grüne Zahlen

Traditionell ist der Oktober ein starker Monat für Kryptowährungen – 2025 bildet jedoch eine Ausnahme. Der Bitcoin-Kurs verlor allein im vergangenen Monat 12 % an Wert. Auch der Start in den November ist negativ.

Das neue Handelsabkommen konnte dem Markt keinen Auftrieb geben. Bitcoin liegt aktuell 3,2 % unter dem Vortagesniveau und notiert bei rund 107.000 US-Dollar.

Dies steht im starken Kontrast zu einer anderen Ankündigung Trumps im Oktober: Nachdem der Präsident zu Monatsbeginn neue Zölle angekündigt hatte, folgte eine Liquidationswelle von 16 Milliarden US-Dollar.

„Wachablösung“ am Kryptomarkt

Das unterschiedliche Marktverhalten lässt sich durch einen Wandel bei den Investoren erklären. Die Denkweise langfristiger Anleger unterscheidet sich von früheren Jahren.

Laut Daten des niederländischen Krypto-Analysten „Maartunn“ haben diese Anleger im letzten Monat rund 325.600 BTC verkauft.

Neue, kapitalkräftige Marktteilnehmer übernehmen zunehmend das Ruder. Sie verfolgen langfristige Strategien und lassen sich weniger von Tagesmeldungen leiten.

Deshalb hat selbst ein bedeutendes Ereignis wie ein Handelsabkommen zwischen zwei Großmächten geringere Auswirkungen auf den Kryptomarkt.

Der Bitcoin-Analyst James Check spricht von einer „Machtübertragung“:

„Wir erleben eine Wachablösung: von den frühen Investoren, die die risikoreichen Anfangsjahre überstanden haben, hin zu einer neuen Generation institutioneller Käufer, die Stabilität bevorzugen.“

Für viele Kryptoexperten ist der Wechsel von erfahrenen Bitcoinhaltern hin zu großen Finanzakteuren ein Zeichen für das Wachstum und die Reifung des Marktes.

Professionelle Investoren nehmen sich Zeit und streben nach Stabilität – dadurch könnte die Volatilität im Kryptomarkt künftig abnehmen.

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