Historischer Schlag für US-Dollar: Das bedeutet es für Bitcoin

3 Min. Lesedauer
29. Jan. 2026, 09:19

Der US-Dollar erlitt diese Woche einen selten heftigen Schlag. Zum Zeitpunkt des Schreibens macht die Währung eine Erholung durch, aber über die ganze Woche steht der Dollar noch immer etwa 1,8 Prozent im Minus.

Schwäche ist genau das, worauf Anleger scharf achten. Denn sobald das Vertrauen in die wichtigste Reservewährung der Welt abnimmt, verschiebt sich ein Teil des Geldes in Richtung Alternativen. Was bedeutet ein historisch schwacher Dollar für Bitcoin?

Kurz zusammengefasst

  • Der US-Dollar fiel an einem Tag um mehr als 1,1 Prozent und durchbrach eine wichtige Grenze.

  • Der Kursverfall kommt durch Sorgen über die amerikanische Wirtschaft, die hohe Staatsverschuldung und ein niedriges Konsumentenvertrauen.

  • Ein schwächerer Dollar kann Bitcoin (BTC) attraktiver machen als alternativen Besitz außerhalb des traditionellen Systems.

  • Der Effekt ist nicht garantiert. Bei geopolitischer Unruhe entscheiden sich Anleger manchmal für Cash und verkaufen alles, auch Bitcoin.

Dollar hat es schwer an der Börse

Der Wert des US-Dollars fiel heute plötzlich stark. Der Dollarindex, der den Wert der Währung misst, sackte durch den wichtigen Stützpunkt von 96,00 und fiel danach weiter auf 95,38. Anleger gaben den Dollar massenhaft ab. Das ist auffällig, denn in Zeiten internationaler Unruhe ist der Dollar oft beliebt.

Inzwischen hat sich der Kurs leicht erholt. Trotzdem steht der Dollar noch immer 10 Prozent im Minus im Vergleich zu vor einem Jahr. Präsident Donald Trump, der im Januar 2025 seine zweite Amtszeit als Präsident begann, macht sich vorerst keine Sorgen:

Wie ein schwächerer Dollar Bitcoin hilft

Wenn der Dollar schwächer wird, wächst bei Anlegern oft der Zweifel über die Kaufkraft und die Haltbarkeit des traditionellen Geldsystems. In einem solchen Klima suchen Parteien nach Alternativen, die weniger abhängig sind von einer Regierung oder Zentralbank. Bitcoin taucht dann schnell auf als knapper, weltweit handelbarer Besitz, der außerhalb der Geldpolitik liegt.

Dollarschwäche geht regelmäßig einher mit der Idee, dass die Fed die Zinsen (schneller) senken wird. Niedrigere Zinsen machen Geld günstiger, drücken Anleiherenditen und vergrößern die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Das sorgt oft für ein Umfeld, in dem Anleger mehr Risiko eingehen wollen. Bitcoin profitiert oft von diesem Sentiment.

Aber es gibt einen Vorbehalt

Ein fallender Dollar bedeutet nicht automatisch gute Nachrichten. Wenn der Fall aus Panik oder Rezessionsangst entsteht, kann Cash gerade wieder die Überhand gewinnen. In solchen Stressmomenten verkaufen Anleger manchmal auch Bitcoin, um an mehr Geld zu kommen, wodurch der Kurs manchmal mitfällt.

RBC Capital Markets sieht ein anderes Risiko: eine längere Verkaufswelle für den Dollar. Jetzt hält sich die Währung noch aufrecht dank starker amerikanischer Aktien und einem konstanten Strom ausländischen Geldes in Richtung amerikanischer Assets, vor allem über enorme passive Fonds.

Die Situation kann jedoch schnell umschlagen, wenn die Begeisterung der Anleger über teure amerikanische Märkte abnimmt. Sie werden ihr Geld besser über die Welt verteilen und dadurch kann der Dollar schnell Terrain verlieren. Etwas, das wir jetzt auch schon sehen, da Stablecoins an Beliebtheit gewinnen. Aus Untersuchungen geht hervor, dass (ein Teil) der Anleger Krypto inzwischen gegenüber dem Dollar bevorzugt.

Ein schwächerer Dollar kann Bitcoin einen Schub geben, besonders wenn der Markt mit niedrigeren Zinsen rechnet und Anleger wieder mehr Risiko eingehen wollen. Aber schlägt die Panik wirklich zu, dann geht Bitcoin oft erst einmal einfach mit in den Ausverkauf. Erst nach allem Elend bekommt die Geschichte von Bitcoin als Alternative wieder Momentum.

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