Größter Stellenabbau im Oktober seit 2003 durch Aufstieg der KI

2 Min. Lesedauer
06. Nov. 2025, 21:08

In den Vereinigten Staaten wurden im Oktober über 153.000 Stellen gestrichen, fast dreimal so viele wie im selben Monat des Vorjahres. Das geht aus Zahlen des Outplacement-Unternehmens Challenger, Gray & Christmas Inc. hervor. Laut dem Unternehmen handelt es sich um die höchste Anzahl an Entlassungen für einen Oktobermonat seit 2003.

Die Ursache liegt laut Tracy Schuchart beim schnellen Aufstieg der künstlichen Intelligenz (KI) und dem zunehmenden Druck auf Unternehmen, Kosten zu senken. Besonders der Technologiesektor und die Logistik bekamen schwere Schläge ab.

Unternehmen schneiden tief, Neueinstellungen stocken

Die Zahlen zeigen, dass der amerikanische Arbeitsmarkt in kurzer Zeit erheblich abgekühlt ist. Die Gesamtzahl der angekündigten Entlassungen in diesem Jahr ist inzwischen auf über eine Million gestiegen, die höchste Zahl seit der Corona-Pandemie.

Gleichzeitig kündigten amerikanische Unternehmen die niedrigste Anzahl an Neueinstellungen seit 2011 an. Auch die Pläne für Saisonarbeit, traditionell eine starke Periode im Vorfeld der Feiertage, sind historisch niedrig. Challenger erfasst diese Zahlen seit 2012, und noch nie zuvor war die Anzahl so gering.

Künstliche Intelligenz als Jobkiller

Der Einsatz von KI sorgt für enorme Produktivitätsgewinne, führt aber gleichzeitig zu Unsicherheit über traditionelle Arbeitsplätze. Unternehmen im Technologiesektor, darunter große Namen wie Amazon, Meta und Microsoft, nutzen KI immer häufiger, um Aufgaben zu automatisieren, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden.

Auch in der Logistik und Distribution werden Roboter und Algorithmen eingesetzt, um Prozesse zu optimieren. Dadurch verschwinden vor allem mittlere Funktionen, wie Lagermitarbeiter, Kundendienstmitarbeiter und Datenanalysten, in rasantem Tempo.

Mögliche Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs

Die steigende Arbeitslosigkeit hat auch Folgen für die Finanzmärkte und damit indirekt für den Bitcoin-Kurs. Anleger rechnen damit, dass die amerikanische Zentralbank aufgrund des schwächeren Arbeitsmarktes eher zu Zinssenkungen übergehen wird. Das kann den Dollar vorübergehend schwächen und risikoreichere Anlagen wie Bitcoin wieder attraktiver machen.

Dennoch ist der Effekt kurzfristig ungewiss. Eine Zunahme der Angst vor der Wirtschaft kann auch dazu führen, dass Anleger gerade Sicherheit in Bargeld oder Staatsanleihen suchen, wodurch Bitcoin unter Druck gerät. Es ist jedoch fraglich, ob dies für eine schwächere Wirtschaft sorgt, da es Unternehmen effizienter macht, wenn es tatsächlich durch KI kommt.

Analysten weisen darauf hin, dass Bitcoin in den vergangenen Wochen bereits unter einem stärkeren Dollar und abnehmender Liquidität litt. Ein sich verschlechternder Arbeitsmarkt kann diesen Trend verstärken, wenn Anleger weniger Risiko eingehen wollen.

Auf der anderen Seite kann eine Lockerung der Geldpolitik als Reaktion auf die abkühlende Wirtschaft gerade wieder für mehr Geld im Umlauf sorgen, etwas, wovon Bitcoin normalerweise profitiert.

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