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Quantum Computing wird seit Jahren als potenzielle Bedrohung für Bitcoin genannt. Die Entwicklung dieser Supercomputer verläuft unglaublich schnell und deshalb beginnen viele Bitcoiner nervös zu werden.
Der Rotterdamer Jos Lazet vom Bitcoin-Unternehmen Blockrise nimmt die Bedrohung sehr ernst, gibt aber an, dass wir noch etwas Zeit haben, um uns vorzubereiten.
Quantum Computing setzt Kryptografie unter Druck
Die theoretische Basis des Quantum Computing wurde bereits in den achtziger Jahren gelegt, aber erst im vergangenen Jahrzehnt kam die Technologie richtig in Fahrt. Große Technologieunternehmen wie Google und Microsoft investieren Milliarden in Quantencomputer, die bestimmte Berechnungen viel schneller ausführen können als klassische Computer.
Diese Rechenleistung ist vor allem für Wissenschaft und Industrie interessant, wirft aber auch Fragen zur digitalen Sicherheit auf. Bestehende Kryptografie, auch die von Bitcoin, ist für klassische Computer konzipiert. Wenn Quantencomputer leistungsfähig genug werden, können sie einige Sicherheitsmethoden unter Druck setzen.
Laut Lazet, dem Gründer und CEO von Blockrise, gibt es viel Verwirrung darüber, was Quantum Computing tatsächlich anrichten kann.
„Der Mining-Algorithmus ist resistent gegen Quantencomputer, also hat das Mining keine Auswirkungen“, erklärt er.
Miner sind Computer, die Transaktionen verarbeiten und neue Blöcke zur Blockchain hinzufügen. Das Bitcoin-Netzwerk würde also weiterhin so funktionieren, wie es gedacht ist.
Alte Bitcoin können plötzlich freikommen
„Es geht vor allem um sehr alte Bitcoin-Adressen“, sagt er. Bei den Adressen aus den Anfangsjahren des Netzwerks ist die Beziehung zwischen öffentlichen und privaten Schlüsseln einfacher. „Dadurch kann man möglicherweise mit einem Quantencomputer den privaten Schlüssel herausfinden.“
Wer den privaten Schlüssel hat, hat die vollständige Kontrolle über die Bitcoin in einer Wallet. „Das Netzwerk geht nicht kaputt. Es ist rein, dass auf einmal sehr viele Bitcoin verschoben werden können, die einst 2010 gemined wurden.“
„Dann werden viele Bitcoin auf den Börsen verfügbar. Verkauft, Panik und dergleichen.“ Das wäre nicht schön für den Bitcoin-Kurs, aber Lazet erwartet nicht, dass dies das Ende der digitalen Münze bedeutet.
„Vielleicht müssen wir da kurz durch“, sagt er. „Dieses Angebot wird letztendlich von großen Parteien aufgesogen und danach können wir weitermachen.“
Die sogenannten Post-Quantum-Lösungen, über die jetzt viel diskutiert wird, sind laut Lazet noch nicht reif für den großflächigen Einsatz. „Du musst auf so vielen Ebenen Abstriche machen, dass es noch keine würdige Alternative ist.“
Alles in allem macht sich Lazet keine Sorgen, aber es ist auch sicher keine Entwicklung, die man einfach beiseite schieben sollte. „Es ist keine Frage ob es kommt, sondern wann.