Foto: Sashkin/Shutterstock
Die Stimmung auf dem Kryptomarkt hat sich drastisch verschlechtert, und unter Anlegern macht sich Panik breit. Während die Marktteilnehmer in der vergangenen Woche noch von Euphorie geprägt waren, herrscht nun Angst.
Der bekannte Crypto Fear & Greed Index ist auf 22 Punkte gefallen – der tiefste Stand des gesamten Jahres. Doch ist diese Panik berechtigt? Laut dem Vermögensverwalter Bitwise nicht: Das Schlimmste sei bereits überstanden.
Angst dominiert den Kryptomarkt
Bitcoin Fear and Greed Index is 22 — Extreme Fear
Current price: $108,873 pic.twitter.com/mFCoe49HlU— Bitcoin Fear and Greed Index (@BitcoinFear) October 17, 2025
Am vergangenen Freitag wurde der Kryptomarkt von einer starken Korrektur überrascht. Diese folgte auf Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump, neue Importzölle auf chinesische Produkte zu verhängen.
Innerhalb weniger Stunden wurden auf dem Derivatemarkt gehebelte Positionen im Wert von über 16 Milliarden Euro liquidiert. Heute erleidet der Markt einen weiteren Rückschlag, nachdem frühere Erholungsversuche an zunehmenden Handelsspannungen scheiterten.
Die Kurse sinken weiter, und der Fear & Greed Index signalisiert nun „extreme Angst“. Der Bitcoin (BTC) ist inzwischen unter 105.000 Dollar gefallen, und Ethereum konnte die Unterstützung bei 3.800 Dollar nicht halten. Gleichzeitig ist das Interesse bei Google-Suchen auf den niedrigsten Stand seit Monaten gefallen.
Ist das Schlimmste überstanden?
Ein aktueller Bericht von Bitwise sieht jedoch Hinweise darauf, dass das Schlimmste hinter dem Markt liegen könnte.
Laut Forschungsleiter André Dragosch sei der jüngste Kursrückgang hauptsächlich auf externe Faktoren zurückzuführen – insbesondere auf die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China.
Zudem habe eine Welle von Futures-Liquidationen die Korrektur verstärkt. Das Analysehaus K33 wertet diese Liquidationen als gesunde Marktbereinigung: Der Markt habe sich dadurch „gereinigt“.
„Diese Zwangsverkäufe haben den Verkaufsdruck weitgehend erschöpft“, so Dragosch.
Er vergleicht die aktuelle Situation mit der Yen-Carry-Trade-Krise von 2024, als eine ähnliche Panik den Beginn einer Erholungsphase markierte. Bitwise ist überzeugt, dass solche Stimmungstiefs oft attraktive Einstiegspunkte bieten – insbesondere mit Blick auf das vierte Quartal, in dem Bitcoin historisch oft stark performt.
Kleinanleger kaufen, während Miner verkaufen
Daten zeigen, dass viele kleine und mittelgroße Bitcoin-Halter den Kursrückgang gezielt zum Nachkaufen nutzen.
Laut Zahlen von Glassnode vergrößern Wallets mit 1 bis 1.000 BTC ihre Bestände, während große Anleger sich zurückhalten. Das deutet auf ein neues Vertrauen unter Retail-Investoren hin – trotz der angespannten Marktlage.
Gleichzeitig steigt der Verkaufsdruck: Laut Daten von CryptoQuant haben Miner in der vergangenen Woche rund 51.000 BTC – im Wert von über 4,9 Milliarden Euro – an Börsen transferiert, was den höchsten Zufluss seit Juli darstellt.
Solche Transaktionen deuten oft darauf hin, dass Miner Gewinne mitnehmen oder ihre Positionen absichern. Darüber hinaus haben Langzeit-Investoren im letzten Monat über 265.000 BTC verkauft – die größte Abwanderung seit Jahresbeginn.
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