Das musst du über den Zinsentscheid der US-Notenbank wissen

2 Min. Lesedauer
31. Okt. 2025, 08:02

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Federal Reserve) sorgte am Mittwoch für Unruhe an den Finanzmärkten.

Wie erwartet wurde der Leitzins gesenkt, doch während der Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell schlug dieser einen vorsichtigen Ton an, der viele Anleger überraschte.

Powell erklärte, dass innerhalb der Notenbank Uneinigkeit über eine mögliche weitere Zinssenkung im Dezember herrscht. Nach seinen Aussagen stieg die Wahrscheinlichkeit, dass es keine weitere Senkung im Dezember geben wird, von null auf 30 Prozent.

Der US-Dollar legte zu, und der Bitcoin(BTC)-Kurs bekam einen deutlichen Dämpfer. Dennoch geht der Markt davon aus, dass die Zinsen im kommenden Jahr weiter gesenkt werden.

Im Mai 2026 darf Donald Trump – falls wiedergewählt – eine neue Fed-Leitung ernennen. Ein von ihm eingesetzter Kandidat dürfte voraussichtlich für eine lockerere Geldpolitik eintreten.

Ende des Quantitative Tightening

Mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Zinsentscheidung war die Ankündigung, dass die US-Notenbank ab dem 1. Dezember damit aufhört, ihre Bilanz zu verkleinern.

Diese Maßnahme, bekannt als Quantitative Tightening (QT), wurde 2022 eingeführt, um die Inflation zu bekämpfen. Bislang ließ die Fed ihre Bilanz schrumpfen, indem sie auslaufende Hypothekenanleihen nicht durch neue ersetzte.

Ab Dezember wird sich das ändern: Die Erlöse aus diesen Krediten werden dann verwendet, um kurzfristige US-Staatsanleihen zurückzukaufen. Die Gesamtgröße der Bilanz bleibt dadurch konstant, aber die Zusammensetzung verschiebt sich.

Das ist eine subtile, aber bedeutende Veränderung: Die Zentralbank pumpt zwar kein frisches Geld ins System, verhindert aber, dass weitere Liquidität entzogen wird.

Das kann sich positiv auf die Finanzmärkte auswirken – auch wenn es kein klassisches Stimulusprogramm ist.

Warum trifft die US-Notenbank diese Entscheidung?

Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Spannungen bei wichtigen kurzfristigen Zinssätzen im Finanzsystem sichtbar werden.

Einige dieser Zinssätze sind zuletzt gestiegen – verursacht durch einen Mangel an Dollar-Liquidität. Die Änderung der Fed-Politik soll diesen Druck verringern.

Mit der Verschiebung von Hypothekenanleihen hin zu kurzfristigen Staatsanleihen:

  • wird mehr Liquidität im kurzfristigen Marktsegment bereitgestellt,

  • sinkt der Druck in diesem Bereich des Systems,

  • während langfristige Zinssätze möglicherweise leicht steigen könnten.

Das Ganze lässt sich eher mit dem „Durchspülen verstopfter Leitungen“ im Finanzsystem vergleichen – nicht mit dem Aufdrehen des Geldhahns.

Anhaltend lockere Geldpolitik

Trotz der jüngsten Marktverwerfungen wächst die US-Wirtschaft weiterhin kräftig, und die Inflation bleibt bei etwa 3 Prozent.

Und obwohl die Konjunktur stark ist und die Inflation erhöht bleibt, rechnet der Markt weiterhin mit einer schrittweisen Lockerung der Geldpolitik durch die Fed.

Mit dem vorzeitigen Ende des QT-Programms, der Möglichkeit weiterer Zinssenkungen und einem politischen Umfeld, das im Vorfeld der Wahlen voraussichtlich expansive Geldpolitik begünstigen wird, scheint die Liquiditätsphase noch nicht vorbei zu sein.

Das bedeutet: Die Bitcoin-Hausse ist – trotz der aktuellen Unruhe – wahrscheinlich noch nicht beendet.

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