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Seit der Eskalation des Iran-Konflikts gibt es eine Grafik, die derzeit wichtiger ist als fast alle anderen: der Ölpreis. An den Finanzmärkten scheint die Dynamik momentan überraschend einfach:
- Öl steigt → fast alles fällt
- Öl fällt → fast alles steigt
Bitcoin (BTC) bildet in den ersten Tagen des Konflikts eine Ausnahme, aber es ist fraglich, wie lange das so bleibt. Sollte der Ölpreis längere Zeit über bestimmten Niveaus bleiben und der Wirtschaft dauerhaften Schaden zufügen, sind die Chancen gering, dass Bitcoin standhält.
Die Straße von Hormus ist das Problem
Der Kern der aktuellen Unruhe liegt bei der Straße von Hormus, einer schmalen Meerenge, durch die normalerweise etwa 20 Millionen Barrel Öl pro Tag fließen. Das entspricht etwa 20 Prozent der weltweiten Nachfrage.
Seit Beginn des Konflikts ist der Verkehr durch diese wichtige Route stark zurückgegangen. Tanker meiden die Region oder schalten ihre Transponder aus, um unentdeckt zu bleiben. Dadurch droht eine massive Störung der weltweiten Energieversorgung.
Das Problem endet dort nicht. Golfstaaten, die ihr Öl normalerweise über diese Route exportieren, stoßen an ihre Lagerkapazitätsgrenzen. Wenn diese Tanks voll sind, müssen Produzenten ihre Ölförderung drosseln oder sogar vorübergehend einstellen.
Und sobald Ölfelder einmal stillgelegt sind, kann es Wochen dauern, bis die Produktion wieder anläuft.
Historischer Schock für den Ölmarkt
Laut verschiedenen Analysten handelt es sich hier möglicherweise um einen der größten Angebotsschocks in der Geschichte des Ölmarkts. Selbst die großen Energiekrisen der Vergangenheit, wie die Ölkrise von 1973 oder die Iranische Revolution von 1978, hatten einen geringeren Einfluss auf die weltweite Ölproduktion.
This is absolutely INSANE.
The oil market is experiencing its biggest SUPPLY SHOCK IN HISTORY.
200 million barrels of oil have failed to reach the market in just 9 days.
The U.S. attack on Iran has triggered a physical supply deficit that the world cannot fill.
The Strait… pic.twitter.com/8xFAeE3SFb
— Bull Theory (@BullTheoryio) March 8, 2026
Der Ölpreis schoss dadurch kurzzeitig in Richtung 120 Dollar pro Barrel, bevor er wieder unter 100 Dollar fiel.
Dieser Rückgang kam unter anderem durch:
- Pläne der G7, strategische Ölreserven freizugeben; und
- Aussagen von Donald Trump, dass der Krieg möglicherweise schnell enden könnte.
Aber der Kern des Problems ist noch nicht gelöst: Die Straße von Hormus ist nach wie vor weitgehend blockiert.
Warum das auch für Bitcoin wichtig ist
Vorerst scheint Bitcoin sich relativ gut zu halten. Seit Beginn des Konflikts konnte der Bitcoin-Kurs sogar deutlich zulegen. Dafür gibt es wahrscheinlich mehrere Gründe:
- eine vorübergehende Kapitalrotation
- Spekulation auf eine Erholung der Risikobereitschaft
- die Erwartung, dass geopolitische Unsicherheit alternative Assets attraktiver macht.
Aber der Ölpreis bleibt der entscheidende Faktor.
Die wirtschaftliche Kettenreaktion funktioniert in etwa so:
- Öl über 100 Dollar → Inflation steigt
- Inflation steigt → Zinssenkungen bleiben aus
- Hohe Zinsen → weniger Liquidität an den Märkten
- Weniger Liquidität → Druck auf Risikoanlagen wie Bitcoin
Die eigentliche Gefahrenzone für die Wirtschaft
Viele Analysten gehen davon aus, dass Ölpreise zwischen 120 und 150 Dollar pro Barrel über einen längeren Zeitraum eine weltweite Rezession auslösen können. In einem solchen Szenario entsteht eine sogenannte Demand Destruction: Verbraucher und Unternehmen müssen so viel Geld für Energie ausgeben, dass andere Ausgaben zurückgefahren werden.
The challenge with making any macro forecast is things are moving too fast.
Oil 130-150…recession risks rise.
Oil 90…mostly just inflation.We’ve had both in the last 24 hours.
— Danny Dayan (@DannyDayan5) March 9, 2026
Für Bitcoin wäre das ebenfalls ein schwieriges Umfeld. Obwohl die Kryptowährung sich derzeit überraschend stark hält, bleibt fraglich, ob Bitcoin weiter steigen kann, wenn die Weltwirtschaft tatsächlich schweren Schaden nimmt.
Deshalb richten Anleger ihren Blick derzeit auf eine einzige Grafik. Nicht auf Aktien. Nicht auf Anleihen. Aber auf den Ölpreis.
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