Bitcoin musste gestern einen Rückschlag hinnehmen, doch nach einer Reihe starker Tage überrascht das kaum jemanden. Seitdem ist es am Markt auffallend ruhig.
Es wirkt wie die Ruhe vor dem Sturm. Heute Abend entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins – zugleich wird dies die Feuertaufe des neuen Vorsitzenden.
BTC bewegt sich kaum noch
Bitcoin verlor gestern innerhalb von weniger als zwei Stunden fast 2 Prozent. Am Nachmittag fiel der Kurs deutlich von 66.700 US-Dollar auf ein Tagestief von 65.500 US-Dollar.
Gegen 11:00 Uhr vormittags hatte der Kurs noch sein Tageshoch von rund 66.900 US-Dollar erreicht. Das waren fast 6 Prozent mehr als die 63.400 US-Dollar vom vergangenen Samstag.

Bemerkenswert ist, dass auch der Ölpreis gestern deutlich nachgab. Nach einem Rückgang von mehr als 4 Prozent wurde der niedrigste Stand seit dem 3. März erreicht.
Normalerweise profitiert Bitcoin von einer solchen Entwicklung. Während des Konflikts zwischen Iran und den Vereinigten Staaten konnte die Kryptowährung häufig von sinkenden Ölpreisen profitieren, doch diesmal ging es gemeinsam mit dem Ölmarkt nach unten.
Am vergangenen Sonntag gab es positive Nachrichten. Iran und die USA erzielten eine vorläufige Einigung – die erste nach dreieinhalb Monaten Krieg. Besonders wichtig ist, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Sowohl Iran als auch die USA hatten die strategisch bedeutende Meerenge blockiert, was den Ölpreis deutlich steigen ließ. Dadurch nahm auch der Inflationsdruck wieder zu und Hoffnungen auf Zinssenkungen rückten in die Ferne.
Die Europäische Zentralbank erhöhte vergangene Woche sogar die Zinsen. In den USA wird hingegen erwartet, dass die Zinssätze unverändert bleiben.
Heute Abend um 20:00 Uhr wird die Entscheidung bekannt gegeben, doch alle Augen richten sich auf die Pressekonferenz um 20:30 Uhr. Dort wird Kevin Warsh erstmals als Vorsitzender vor die Presse treten.
Investoren hoffen, dass er die Tür für eine mögliche Zinssenkung offenhält – insbesondere jetzt, da der Ölpreis so stark gefallen ist. Je niedriger die Zinsen, desto günstiger wird Geld. Und günstigeres Geld findet meist schneller seinen Weg in Märkte wie Kryptowährungen.
Bitcoin spiegelt die Anspannung wider. Der Kurs bewegt sich seit rund fünfzehn Stunden kaum noch, als würde niemand vor dem heutigen Abend ein Risiko eingehen wollen.
Der zuvor parabolische Abwärtstrend scheint jedenfalls klar durchbrochen zu sein. In früheren Fällen dauerte es 71 beziehungsweise sogar 118 Tage, bis Bitcoin ein neues Tief erreichte. Zudem besteht natürlich die Möglichkeit, dass der Tiefpunkt bereits hinter uns liegt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert Bitcoin auf der Kryptobörse OKX bei 65.784 US-Dollar. Auf der europäischen Kryptobörse Bitvavo entspricht dies einem BTC-Kurs von 56.667 Euro. Im Vergleich zu vor 24 Stunden liegt Bitcoin damit 0,39 Prozent im Minus.
Ethereum und HYPE entwickeln sich besser
Ethereum liegt weiterhin im Plus und verzeichnet einen Gewinn von 1,72 Prozent. Auch Hyperliquid, besser bekannt unter dem Kürzel HYPE, kann um 3,50 Prozent zulegen. Gestern gelang es dem Token sogar, sein Rekordhoch von Anfang dieses Monats zu übertreffen.
Ripples XRP hingegen ist um 0,52 Prozent gefallen, während Solana 0,07 Prozent niedriger notiert als gestern. Innerhalb der Top 20 übernimmt Stellar mit einem Anstieg von 4,15 Prozent die Spitzenposition.






