Foto: Arsenii Palivoda (Shutterstock)
Der Nahost-Konflikt ist am Wochenende militärisch eskaliert und trotzdem blieb der befürchtete Krypto-Abverkauf aus. Bitcoin (BTC) und viele Altcoins haben den ersten Schock erstaunlich stabil überstanden. Am Montag gab es sogar eine spürbare Erholung. Klingt nach Entwarnung? Nicht ganz. Denn unter der Oberfläche wirkt weiter massiver Gegenwind – und genau deshalb wackelt der Markt trotz der kurzfristigen Stärke.
Warum Krypto nicht sofort eingebrochen ist
Krypto wird rund um die Uhr gehandelt. Während Aktienmärkte am Wochenende geschlossen sind, verarbeitet Bitcoin geopolitische Ereignisse in Echtzeit. Genau hier zeigte sich laut dem deutschen Krypto Analysten Oliver Michel eine überraschende Stabilität:
„Bitcoin und Altcoins haben rund um den Irankonflikt Stärke gezeigt. Viele hatten erwartet, dass der Markt einfach durchsackt – aber genau das Gegenteil war der Fall.“, erläutert er in einem aktuellen Interview mit Der Aktionär TV.
Statt Panik dominierte zunächst Nachfrage. Das spricht dafür, dass größere Marktteilnehmer Rücksetzer genutzt haben. Ein kurzfristiges Stabilitätssignal aber noch kein belastbarer Trendwechsel.
Der eigentliche Druck kommt über die Makro-Schiene
Der Markt wackelt vor allem wegen der makroökonomischen Kettenreaktion, die Konflikte typischerweise auslösen:
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Ölpreis steigt: Energie, Transport und Produktion werden teurer
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Inflationsdruck steigt: die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen sinkt
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Zinsen bleiben länger hoch: Risikoassets wie Krypto bekommen Gegenwind
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Dollar stärker wird stärker: Dollar-Anlagen werden attraktiver, Liquidität parkt eher „sicher“
Im Klartext: Selbst wenn Bitcoin kurzfristig robust reagiert, kann ein Mix aus steigender Inflation und hartnäckig hohen Zinsen jede Rally schnell wieder ausbremsen.
ETF-Zuflüsse stützen – aber bestätigen keinen Boden
Positiv zu werten sind die starken Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs, die im Gespräch mit und 800 Millionen US-Dollar beziffert wurden. Das deutet auf institutionelles Interesse hin. Doch auch hier mahnt Michel zur Vorsicht:
„Eine Bodenbildung ist keine Sache von zwei Wochen. Ausgebildet ist der Boden definitiv noch nicht.“
Kurz gesagt: Ja, es gibt Anzeichen für Stabilisierung. Aber eine bestätigte Trendwende braucht Zeit und Anschlusskäufe.
Was das für Anleger heißt
Bitcoin hat den Iran-Schock kurzfristig besser weggesteckt als viele erwartet hätten. Aber der Markt wackelt weiter, weil die großen Treiber nicht Geopolitik allein sind, sondern Inflation, Zinserwartungen und der starke Dollar. Solange das Umfeld „Risk-off“ bleibt, ist jede Erholung anfällig, und genau deshalb bleibt Geduld aktuell die wichtigste Position.
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