Bitcoin gegen Inflation: Das sagt ein Experte

2 Min. Lesedauer
02. Nov. 2025, 17:53

Schützt Bitcoin(BTC) vor Inflation? Laut einer Untersuchung des Finanzdienstleisters NYDIG handelt es sich dabei um einen Mythos.

Stattdessen reagiere die Kryptowährung auf geldpolitische Entwicklungen und profitiere vor allem dann, wenn der US-Dollar schwächelt. Damit sei Bitcoin im Kern ein Indikator für die Liquidität in der Wirtschaft. Was das genau bedeutet, lesen Sie hier.

Bitcoin als Inflationsschutz: Fakt oder Fiktion?

Laut Greg Cipolaro, Forschungsleiter bei NYDIG, gibt es kaum Belege dafür, dass Bitcoin strukturell auf Inflation reagiert.

„Die Community stellt Bitcoin gerne als Inflationsschutz dar, aber leider liefern die Daten hierfür keine überzeugenden Argumente“, schreibt er in einem neuen Bericht.

„Die Korrelationen mit der Inflation sind weder konsistent noch besonders stark.“

Bemerkenswert sei laut Cipolaro, dass dies auch für Gold gelte – obwohl viele davon ausgehen, dass Gold eine negative Korrelation zur Inflation hat. Doch auch hier zeige die historische Datenlage von NYDIG ein differenzierteres Bild.

Einfluss der Geldpolitik

Eine deutlich stärkere Korrelation bestehe laut Cipolaro mit der Geldpolitik – insbesondere mit Zinsentwicklungen und der Geldmenge in der Wirtschaft.

Wenn Zentralbanken ihre Politik lockern oder mehr Geld in Umlauf bringen, habe das in der Regel positive Auswirkungen auf die Kurse von Bitcoin und Gold.

Der Goldpreis sei in der Vergangenheit besonders in Phasen eines schwachen Dollars und niedriger Zinsen gestiegen, aber häufig gefallen, wenn die Zinsen erhöht wurden. Bitcoin reagiere laut Cipolaro zunehmend ähnlich. Er schreibt:

„Wenn der US-Dollar fiel, stieg Gold häufig im Wert. Bitcoin zeigt ebenfalls eine umgekehrte Korrelation zum US-Dollar. Auch wenn diese Beziehung etwas weniger konstant und jünger ist als bei Gold, ist der Trend eindeutig erkennbar.“

Bitcoin als Indikator für die wirtschaftliche Lage

Cipolaro kommt zu dem Schluss, dass sowohl Gold als auch Bitcoin weniger mit der Inflation verknüpft sind, als oft angenommen. Stattdessen sieht er beide eher als Gradmesser für den Zustand der Wirtschaft.

Sie würden vor allem durch makroökonomische Faktoren beeinflusst: nach oben bei steigender Liquidität, nach unten bei hohen Zinsen und einem starken Dollar. Er fasst zusammen:

„Wenn ich diese Anlageklassen aus makroökonomischer Sicht einordnen müsste, dann dient Gold als Absicherung gegen die Realzinsen, während Bitcoin sich zu einem Indikator für die Liquidität entwickelt hat.“

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