Zahlungsriese Visa startet eigene Kryptoplattform für Banken

2 Min. Lesedauer
17. Juli 2026, 20:20
Visa: Stablecoins werden den 35-Billionen-Markt verändern
Foto: Tada Images/Shutterstock

Visa hat eine neue Kryptoplattform vorgestellt, mit der Banken und Zahlungsdienstleister digitales Geld ausgeben, verwahren und versenden können.

Im Mittelpunkt stehen sogenannte Stablecoins. Dabei handelt es sich um digitale Währungen, deren Wert in der Regel an den US-Dollar gekoppelt ist.

Mit dem neuen System will Visa diese Form des digitalen Geldes im alltäglichen Zahlungsverkehr einfacher nutzbar machen.

Zusammengefasst

  • Banken können die Plattform nutzen, ohne selbst ein System für Kryptowährungen und Stablecoins entwickeln zu müssen.

  • Die Plattform startet mit Open USD und wird zunächst von einer kleinen Gruppe von Kunden getestet.

  • Visa baut damit seine Rolle im digitalen Zahlungsverkehr weiter aus und erhöht den Wettbewerbsdruck auf bestehende Anbieter.

Ein System für digitales Geld

Die neue Visa Stablecoin Platform vereint mehrere Funktionen. Banken und andere Zahlungsdienstleister können damit digitale US-Dollar erstellen, verwahren, versenden und wieder in herkömmliches Geld umtauschen.

Außerdem können sie digitale Konten verwalten und Zahlungen mit ihren bestehenden Systemen verknüpfen.

Dadurch müssen sie kein eigenes, auf Blockchain basierendes Kryptonetzwerk entwickeln. Die Blockchain ist die Technologie, auf der Kryptowährungen basieren.

Visa integriert zudem zusätzliche Kontrollmechanismen. Unternehmen können beispielsweise festlegen, dass zwei Mitarbeitende eine Zahlung freigeben müssen. Außerdem wird dokumentiert, wer eine Transaktion durchgeführt hat und an welche Adressen Geld überwiesen werden darf.

Erster Test mit Open USD

Die Plattform startet mit der Unterstützung von Open USD. Dabei handelt es sich um einen neuen Dollar-Stablecoin.

Die Währung wurde von Open Standard entwickelt, einem Konsortium, an dem unter anderem Visa beteiligt ist.

Zunächst erhält nur eine begrenzte Zahl von Kunden Zugang zur Plattform. Nach Abschluss der Testphase soll der Dienst einer breiteren Nutzergruppe zur Verfügung stehen.

Über andere Dienste unterstützt Visa bereits vergleichbare digitale US-Dollar, darunter USDC von Circle und USDG von Paxos.

Visa baut Kryptozahlungen weiter aus

Visa arbeitet bereits seit längerer Zeit an Zahlungslösungen mit digitalen Währungen. Das Unternehmen unterstützt inzwischen neun Blockchain-Netzwerke und mehr als 130 Kartenprogramme in über 50 Ländern.

Nach Angaben von Visa beläuft sich das aktuelle Zahlungsvolumen mit digitalen US-Dollar auf umgerechnet rund 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Mit der neuen Plattform möchte das Unternehmen dieses Wachstum weiter beschleunigen.

Zur Absicherung von Stablecoins werden Vermögenswerte hinterlegt, um den Wert von einem US-Dollar konstant zu halten. Diese Reserven erwirtschaften Zinserträge. Open USD plant, nahezu die gesamten Zinserträge mit den Banken und Zahlungsdienstleistern zu teilen, die den Stablecoin anbieten.

Darüber hinaus fallen weder für die Ausgabe noch für den Umtausch der Währung Gebühren an. Damit erhält Circle, das Unternehmen hinter USDC, einen starken neuen Wettbewerber.

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