Autoriese Volvo macht Schritt in Richtung Krypto und entwickelt eigene Münze

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17. Juli 2026, 20:50
Autoriese Volvo macht Schritt in Richtung Krypto und entwickelt eigene Münze
Foto: Best Auto Photo/Shutterstock

Der große Automobilhersteller Volvo experimentiert mit einer eigenen Kryptowährung. Der Konzern hat die Münze bereits in einem abgeschlossenen Netzwerk getestet.

Damit bleibt es nicht bei einer bloßen Idee auf dem Papier: Einer der größten Namen der Industrie untersucht, wie eine eigene digitale Währung in der Praxis funktionieren kann.

Zusammengefasst

  • Volvo testete die Münze in einem geschlossenen Netzwerk gemeinsam mit Transportdienstleistern.

  • Das System sollte Zahlungen sowie Informationen zu Bestellungen und Transporten erfassen.

  • Die Kryptowährung befindet sich noch in der Forschungsphase und wird noch nicht im täglichen Betrieb eingesetzt.

Volvo testet eigene Kryptowährung

Ivan Branco, Leiter Informationsmanagement, KI und Datenanalyse bei Volvo Group Trucks Operations, berichtet in einem Interview mit der Cardano Foundation über den Test.

Volvo untersuchte gemeinsam mit mehreren Transportdienstleistern ein abgeschirmtes Netzwerk. Darin sollten Lieferanten, Spediteure und Volvo selbst Transaktionen mit einer eigens entwickelten Kryptowährung durchführen können.

„Wir haben untersucht, ob wir eine geschlossene Umgebung für Transaktionen zwischen Materiallieferanten, Transportunternehmen und uns selbst schaffen könnten.

Dafür haben wir eine eigene Kryptowährung entwickelt“, so Branco.

Das Netzwerk soll außerdem Informationen über Bestellungen und Transporte speichern. Diese Daten lassen sich nachträglich nicht ohne Weiteres verändern. Dadurch könnten Kontrollen einfacher werden und Streitigkeiten über Lieferungen vermieden werden.

Volvo richtet den Fokus vor allem auf internationale Transaktionen. Die eigene Währung könnte das Unternehmen dabei unabhängiger von traditionellen Währungen machen. Das Projekt befindet sich jedoch noch in einer frühen Erkundungsphase und ist noch nicht für einen großflächigen Einsatz bereit.

Herkunft von Bauteilen besser nachverfolgen

Volvo untersucht die Technologie außerdem, um Ersatzteile und komplette Fahrzeuge besser nachverfolgen zu können.

Das ist unter anderem bei der Aufbereitung und Wiederverwendung von Produkten nützlich. Zudem bereitet die Europäische Union Vorschriften zum Digitalen Produktpass vor, in dem Informationen über die Herkunft und Lebensdauer von Produkten gespeichert werden.

Laut Branco ist es derzeit nicht immer einfach festzustellen, woher Bauteile stammen oder wo Waren letztlich landen. Das kann im Zusammenhang mit Sanktionen und Handelsbeschränkungen zu hohen Geldstrafen führen.

„Man muss wissen, ob Waren letztlich in Russland landen“, sagt Branco mit Blick auf die europäischen Sanktionen. Auch wenn ein Importeur Produkte weiterverkauft, könne der Hersteller seiner Ansicht nach weiterhin verantwortlich bleiben.

Es gibt allerdings noch Hindernisse. Das System kann bestehende IT-Strukturen komplexer machen. Außerdem ist nicht sicher, ob es auch bei einer großen Zahl von Transaktionen zuverlässig funktioniert. Hinzu kommen Wartungsaufwand und fehlendes Fachwissen als wichtige Herausforderungen.

Volvo setzt Blockchain-Technologie bereits seit 2019 ein, um unter anderem Kobalt für Batterien von Elektrofahrzeugen nachzuverfolgen. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass auch Hyundai Tests mit Kryptowährungen durchführt.