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Heute ist „Blue Monday“, also der deprimierendste Tag des Jahres. Für den Kryptomarkt ist das mittlerweile Realität. Während Weltführer erneut mit Zöllen drohen und die geopolitische Spannung zunimmt, laufen Krypto-Anleger davon. Weg vom Risiko, hin zu sicheren Häfen.
Gold und Silber profitieren und brechen alle möglichen Rekorde, aber die Kryptokurse bekommen einen ordentlichen Schlag. 680 Millionen Dollar in Krypto, umgerechnet 584 Millionen Euro, sind in Rauch aufgegangen. Was ist los?
Kurz zusammengefasst
- Bitcoin (BTC) fiel um etwa drei Prozent und rutschte zurück auf rund 92.500 Dollar.
- Mehr als 680 Millionen Dollar an Kryptopositionen wurden liquidiert, wobei der größte Teil Long-Positionen waren.
- Laut Daten von Glassnode und CryptoQuant war der frühere Anstieg hauptsächlich spekulativer Natur.
Hunderte Millionen verdampft auf dem Kryptomarkt
Unter der Krypto-Motorhaube liegt der Markt voller Hebel. Ein kleiner Rückgang reicht aus, um eine Kettenreaktion zu starten. Long-Positionen brechen, Positionen werden automatisch geschlossen und Liquidationen fallen wie Dominosteine. Was als Rückgang begann, hat sich mittlerweile in einen Ausverkauf verwandelt.
Die Gewinne vieler Kryptomünzen der letzten Woche sind praktisch verschwunden. Der Rückgang trifft nicht nur die weltgrößte Kryptomünze, denn auch Altcoins haben es schwer. Solana verlor sechs Prozent, während Coins wie Sui und Zcash sogar in Richtung eines Verlusts von zehn Prozent rutschten. Die Top-Kryptomünzen stehen heute Morgen deutlich im Minus:
| Kryptomünze | Rückgang |
| Bitcoin | -2,4 Prozent |
| Ethereum | -3,1 Prozent |
| BNB | -2 Prozent |
| XRP | -4,6 Prozent |
| Solana | -6,2 Prozent |
Der echte Schmerz sitzt bei Händlern, die mit geliehenem Geld auf höhere Kurse wetteten. Laut Zahlen von CoinGlass wurden innerhalb eines Tages für über 680 Millionen Dollar an Kryptopositionen zwangsgeschlossen. Etwa 600 Millionen Dollar davon bestanden aus Long-Positionen, also Spekulationen auf einen weiteren Kursanstieg.
Dieses Muster sehen wir häufiger in Phasen, in denen der Markt schneller steigt als die zugrunde liegende Nachfrage rechtfertigt. Wenn der Kurs stockt, bekommen Leverage-Positionen oft einen ordentlichen Schlag. Leverage bedeutet, dass Anleger mit geliehenem Geld handeln. Das macht ihre Positionen besonders empfindlich. Ein kleiner Kursrückgang kann bereits ausreichen, um die Margin, also die Sicherheit, schrumpfen zu lassen.
Geopolitik als Funke, Leverage als Brennstoff
Das Timing ist kein Zufall. Die Märkte sind in den letzten Tagen extrem empfindlich für geopolitische Schlagzeilen. Zunächst reagierte der Markt recht kühl, aber jetzt sorgen Spannungen rund um Handel und Zölle doch für große Unsicherheit über die Richtung der Politik.
Geopolitische Unsicherheit versetzt Anleger derzeit in den Risk-off-Modus. Das bedeutet, dass man weniger Risiko eingeht, mehr Bedürfnis nach Sicherheit hat. Du siehst das in traditionellen Märkten, aber Kryptokurse reagieren oft noch stärker, weil es keine Schließungszeit gibt.
Gleichzeitig ist es interessant, was auf der anderen Seite passiert. Klassische sichere Häfen ziehen durchaus Geld an. In den letzten Wochen schossen Edelmetalle nach oben und Gold erreichte sogar Rekordniveaus.
Das bedeutet nicht, dass Geopolitik an sich Bitcoin hart trifft. Sie wirkt vor allem als Funke. Der echte Brennstoff steckt in der Marktstruktur: viele Hebelpositionen, wenige Spot-Käufer und damit wenig Auffangnetz, wenn der Kurs zurückfällt.
Das verursachte den Krypto-Crash
Laut dem Datenanalyseunternehmen Glassnode war der aktuelle Anstieg in Richtung 96.000 Dollar nicht das Ergebnis starker Spot-Nachfrage. Es wurden relativ wenige Bitcoins tatsächlich gekauft. Stattdessen drückte der Derivatehandel den Kurs nach oben, wobei Spekulanten Hebelkonstruktionen nutzen.
In solchen Situationen liegt eine mechanische Bewegung vor. Der Kurs bewegt sich, aber nicht weil ein breiter Strom echter Käufer hereinkommt. Das macht den Markt verwundbar. Sobald der Kurs aufhört zu steigen oder knapp unter ein wichtiges Niveau rutscht, folgt oft eine Kettenreaktion. Und genau dort kommt eine Welle an Liquidationen um die Ecke.
Beim Futureshandel hält eine Börse eine sogenannte Maintenance Margin ein. Rutscht deine Position durch Kursverlust unter diese Schwelle, wird eine Position automatisch geschlossen. Das bedeutet oft, dass Anleger über eine Marktorder aus ihrer Position geworfen werden.
All dies sorgt für ein Krypto-Blutbad. Eine Welle von Liquidationen drückt den Kurs weiter nach unten, wodurch noch mehr Positionen ihre Margin verlieren. Dadurch folgen noch mehr Zwangsverkäufe. In einem Markt mit dünner Spot-Liquidität wischt eine Kettenreaktion manchmal innerhalb von Stunden Hunderte Millionen an Positionen weg.
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