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Ein hochkarätiger Kryptobetrug beschäftigt derzeit die Wiener Polizei: Ein Industrieller aus Westösterreich wurde Opfer eines ausgeklügelten Plans und verlor 40 Bitcoins – zum heutigen Kurs rund vier Millionen Euro.
Wie der Millionenbetrug ablief
Im Sommer 2022 begann alles scheinbar harmlos. Ein österreichischer Unternehmer suchte über eine Crowdfunding-Plattform nach Investoren für ein Immobilienprojekt. Ein Mann meldete sich, gab sich als israelisch-luxemburgischer Großinvestor aus und zeigte großes Interesse.
Nach wochenlanger, vertrauensvoller Kontaktaufnahme kam es in Málaga und Paris zu persönlichen Treffen, bei denen sogar ein gemeinsames Abendessen in einem Nobelrestaurant stattfand. Dort wurde ein neues Krypto-Wallet eingerichtet, wobei der angebliche Investor und sein „Neffe“ vermutlich heimlich die Zugangsdaten ausspähten.
Zurück in Österreich wurde das Opfer gebeten, 40 Bitcoins als Sicherheit und Beweis seiner Bonität auf das Wallet einzuzahlen. Kurz darauf waren die Bitcoins spurlos verschwunden – die Täter längst untergetaucht. Der finanzielle Schaden ist enorm: Die digitale Währung ist unwiederbringlich weg, und auch internationale Rückholversuche blieben erfolglos.
Die neue Masche: “Rip-Deal 2.0”
Der aktuelle Fall steht beispielhaft für eine neue Form des sogenannten „Rip-Deal“-Betrugs, bei dem Kriminelle Opfer mit lukrativen Geschäftsangeboten ködern und deren Vertrauen durch persönliche Treffen gewinnen.
Während früher häufig mit Falschgeld gearbeitet wurde, setzen Banden aus der Westbalkanregion inzwischen verstärkt auf Kryptowährungen. Das macht die Taten für Polizei und Justiz besonders schwer aufzuklären, denn die Täter sind häufig international vernetzt und agieren äußerst professionell.
Die Wiener Polizei hat nun ein Foto des mutmaßlichen Täters veröffentlicht und lobt für Hinweise, die zur Ergreifung führen, eine Belohnung von 3.000 Euro aus. Sie warnt ausdrücklich: Große Vorsicht ist bei Investitionen in digitale Gelder geboten, besonders wenn persönliche Treffen und die Herausgabe privater Zugangsdaten verlangt werden.
Wer unsicher ist, sollte sich immer an die Behörden wenden – denn im Ernstfall ist der Schaden meist unumkehrbar.