Stephanie Morgenroth Stephanie Morgenroth
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3,6 Billionen Dollar in 90 Minuten: Der Markt-Schock

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Kolumnen
3,6 Billionen Dollar in 90 Minuten: Der Markt-Schock

Foto: Summit Art Creations / Shutterstock

Innerhalb von nur 90 Minuten sollen rund 3,6 Billionen US-Dollar an Marktwert vernichtet worden sein. Aktien, Edelmetalle und Kryptowährungen – nahezu alle Anlageklassen standen gleichzeitig unter massivem Verkaufsdruck.

Ein solches Szenario wird häufig als „Everything Sell Off“ bezeichnet: ein Moment, in dem es scheinbar keinen sicheren Hafen mehr gibt. Weder Gold noch Bitcoin (BTC) noch große Standardaktien konnten sich dem Abwärtssog entziehen.

Für viele Marktteilnehmer kam diese Entwicklung überraschend, doch bei genauerer Betrachtung lassen sich mehrere zentrale Auslöser identifizieren.

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Tech-Sektor unter Druck: Zweifel an der KI-Euphorie

Ein wesentlicher Treiber des Ausverkaufs war die Neubewertung im Technologiesektor. In den vergangenen Quartalen hatten insbesondere Unternehmen mit starkem Fokus auf Künstliche Intelligenz enorme Kursgewinne verzeichnet.

Doch zunehmend stellen Investoren die kurzfristige Rentabilität dieser massiven KI-Investitionen infrage. Die Sorge vor einer möglichen „AI-Blase“ führte zu Gewinnmitnahmen und abrupten Kursrückgängen bei großen Tech-Werten.

Da Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq stark technologiegewichtet sind, zieht eine Korrektur bei marktführenden Tech-Konzernen den gesamten Aktienmarkt nach unten.

Hinzu kommt die aktuell hohe Korrelation zwischen Technologieaktien und dem Kryptomarkt. Insbesondere Bitcoin zeigt in Phasen erhöhter Volatilität eine deutliche Parallelbewegung zum Nasdaq.

Wenn Technologiewerte unter Druck geraten, wird auch der Kryptomarkt häufig in Mitleidenschaft gezogen.

Starke US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Zinshoffnungen

Ein weiterer Auslöser waren überraschend robuste Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Während viele Investoren auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank gehofft hatten, sprechen starke Beschäftigungszahlen eher für eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik.

Höhere Zinsen gelten als Belastungsfaktor für sogenannte Risk-Assets wie Wachstumsaktien und Kryptowährungen.

Zudem führt die Aussicht auf länger hohe Zinsen häufig zu einem stärkeren US-Dollar. Da Gold und Silber in US-Dollar gehandelt werden, setzt ein steigender Dollarpreis Edelmetalle zusätzlich unter Druck.

In einem Umfeld, in dem Liquidität knapper wird und Finanzierungskosten hoch bleiben, reduzieren viele Investoren ihre risikoreicheren Positionen – oft unabhängig von deren langfristigem Potenzial.

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Zwangsliquidationen und der klassische Liquiditätsschock

Die starken Kursbewegungen, etwa ein Minus von 8,5 Prozent bei Silber oder deutliche Verluste im Kryptomarkt, deuten auf umfangreiche Zwangsliquidationen hin.

In turbulenten Marktphasen werden gehebelte Positionen häufig automatisch geschlossen, sobald bestimmte Verlustschwellen erreicht sind. Dies verstärkt den Verkaufsdruck zusätzlich.

Im Edelmetallbereich kommt es nicht selten vor, dass Investoren profitable Positionen auflösen, um Verluste in anderen Märkten zu decken – ein typischer Effekt von Margin Calls.

Im Kryptomarkt spricht man in solchen Situationen von einem „Leverage Flush“: Überhebelte Long-Positionen werden liquidiert, was weitere Preisrückgänge auslöst und eine Kettenreaktion in Gang setzt.

Solche Ereignisse werden als Liquiditätsschock bezeichnet. Marktteilnehmer verkaufen alles, was schnell in Bargeld umgewandelt werden kann, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen.

Auch wenn sich diese Phasen extrem und schmerzhaft anfühlen, zeigen historische Daten, dass solche Bereinigungen oft notwendig sind.

Übermäßige Spekulation und exzessiver Leverage werden aus dem Markt gespült – eine Voraussetzung für eine nachhaltigere Erholung in der Zukunft.

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Über den Autor:
Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth ist seit Juli 2024 Autorin bei Crypto Insiders. Ursprünglich absolvierte sie ein Medizinstudium und promovierte in diesem Fachbereich. Während ihrer Tätigkeit als Therapeutin entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Vermitteln von Wissen. 2020 stieß sie auf Kryptowährungen und Blockchain-Technologie und gründete 2021 den YouTube-Kanal „MissCrypto“, um ihr Wissen zu teilen. Ihre Expertise liegt in den Bereichen Kryptowährungen, Blockchain, Finanzen und Web3. Stephanie ist regelmäßige Sprecherin auf Konferenzen und eine gefragte Ansprechpartnerin für deutsche Medien.

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