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Die Vereinigten Staaten haben Kryptowährungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar von iranischen Akteuren beschlagnahmt. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden finanziellen Blockade gegen das Land. Dies gab US-Finanzminister Scott Bessent gestern Abend bekannt.
Zusammengefasst
- Die USA haben Kryptowährungen im Wert von etwa einer Milliarde US-Dollar von iranischen Akteuren beschlagnahmt – als Teil einer finanziellen Kriegsführung.
- Finanzminister Scott Bessent erklärte, die USA hätten „einfach die Wallets übernommen“, teilweise ohne dass die Besitzer dies sofort bemerkten.
- Iran nutzt Kryptowährungen wie Bitcoin und Tether, um Sanktionen zu umgehen, unter anderem für Schiffsversicherungen und Transitgebühren.
Digitale Wallets geleert
US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte die Beschlagnahmung während des Reagan National Economic Forum.
Ihm zufolge haben die USA seit dem Ausbruch eines Krieges im Februar große Mengen an Kryptowährungen von Gruppen eingezogen, die mit dem iranischen Militär in Verbindung stehen. Bessent beschrieb das Vorgehen als direkt und kompromisslos:
„Wir haben einfach die Wallets übernommen“, sagte er. Er fügte hinzu, dass „einige von ihnen möglicherweise erst jetzt feststellen, dass ihre Wallet beschlagnahmt wurde.“
Krypto als Rettungsanker für den Iran
Iran greift seit längerer Zeit auf digitale Währungen zurück, um internationale Sanktionen zu umgehen. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) sollen Bitcoin für die Bezahlung von Schiffsversicherungen und Transportkosten nutzen.
Zuvor wurde berichtet, dass Iran Öltanker verpflichten wollte, Transitgebühren in der Straße von Hormus mit Bitcoin zu bezahlen.
Laut einem iranischen Funktionär könne Bitcoin „aufgrund von Sanktionen weder nachverfolgt noch beschlagnahmt werden“. Neben Bitcoin sollen iranische Akteure auch den Stablecoin Tether (USDT) genutzt haben, um Gelder zu transferieren.
Teil einer größeren Blockade
Die Beschlagnahmung von Kryptowährungen ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Bessent als „finanzielle Blockade“ bezeichnet. Dazu gehört auch eine erfolgreiche Seeblockade iranischer Häfen, durch die die wichtige Ölexportanlage auf der Insel Kharg außer Betrieb gesetzt wurde. Zudem wurden kürzlich neue Sanktionen gegen iranische Fluggesellschaften verhängt.
Nach Angaben des Ministers befindet sich Iran in einer äußerst angespannten finanziellen Lage. Er verwies auf Berichte über Soldaten ohne Gehaltszahlungen, eine Inflation, die möglicherweise über 200 Prozent liegt, sowie die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen.
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