EZB warnt: Wachstum von Stablecoins könnte Bankeinlagen aushöhlen

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18. Juli 2026, 20:55
EZB warnt: Wachstum von Stablecoins könnte Bankeinlagen aushöhlen
Foto: travelview/Shutterstock

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt davor, dass der Aufstieg von Stablecoins eine Gefahr für traditionelle Banken darstellt.

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone erklärt, dass diese digitalen Währungen Spareinlagen abziehen könnten, auf die Banken für ihre Kreditvergabe angewiesen sind.

Zusammengefasst:

  • Stablecoins könnten Spareinlagen von Banken abziehen und dadurch die Kreditvergabe erschweren.

  • Die EZB sieht den digitalen Euro als einzige strukturelle Antwort auf diese digitale Herausforderung.

  • Ein groß angelegter Praxistest mit 36 Unternehmen, darunter Adyen, startet in der zweiten Hälfte des Jahres 2027.

Gefahr für Banken

Piero Cipollone äußert seine Sorgen über Stablecoins. Dabei handelt es sich um Kryptowährungen, die an eine offizielle Währung wie den US-Dollar gekoppelt sind. Nutzer können damit Geld außerhalb des traditionellen Bankensystems aufbewahren und transferieren.

Wenn immer mehr Menschen auf Stablecoins umsteigen, verlieren Banken einen Teil ihrer Spareinlagen. Diese Einlagen bilden die Grundlage, auf der Banken Kredite an Unternehmen, Immobilienkäufer und andere Kreditnehmer vergeben.

Ohne diese Einlagen wird es für Banken schwieriger, Kredite bereitzustellen – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Wirtschaft.

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Digitaler Euro als Antwort

Die EZB betrachtet den digitalen Euro als die einzige nachhaltige Antwort auf die wachsende Bedeutung von Stablecoins.

Der digitale Euro soll als digitale Form von Bargeld dienen. Geplant ist, dass er über Geschäftsbanken ausgegeben wird, anstatt diese vollständig zu ersetzen.

Der Gesetzesvorschlag für den digitalen Euro befindet sich derzeit im europäischen Gesetzgebungsverfahren. Das Europäische Parlament hat kürzlich der nächsten Phase des Projekts zugestimmt. Obwohl die Verhandlungen über Datenschutzfragen noch andauern, rückt eine Einführung damit einen Schritt näher.

Großer Praxistest im Jahr 2027

Um den digitalen Euro zu erproben, startet die EZB in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 einen groß angelegten Testlauf.

Dafür wurden 36 Unternehmen ausgewählt, darunter große Namen wie die Deutsche Bank und Revolut. Auch das niederländische Zahlungsunternehmen Adyen nimmt an dem Projekt teil.

Ziel des Tests ist es, zu prüfen, ob die Technologie für Endnutzer zuverlässig und sicher funktioniert. Die Ergebnisse werden maßgeblich darüber entscheiden, ob der digitale Euro künftig offiziell eingeführt wird.

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