„Bank der Banken“ warnt: „Kryptowährungen bedrohen unser Geldsystem“

2 Min. Lesedauer
29. Juni 2026, 20:30
„Bank der Banken“ warnt: „Kryptowährungen bedrohen unser Geldsystem“
Foto: Jarretera (Shutterstock)

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), auch als „Bank der Banken“ bekannt, schlägt Alarm. In ihrem Jahresbericht warnt sie, dass Kryptowährungen wie Stablecoins und die dahinterstehende Technologie (Blockchains) eine Gefahr für das globale Geldsystem darstellen.

Zusammengefasst

  • Laut der BIZ sind Stablecoins, die von Unternehmen ausgegeben werden, weder stabil noch zuverlässig genug, um als echtes Geld zu dienen.

  • Die Technologie hinter Kryptowährungen, etwa die Blockchains von Bitcoin und Ethereum, sei nach Ansicht der Bank zu langsam, zu teuer und zu unzuverlässig für den weltweiten Zahlungsverkehr.

  • Als Lösung schlägt die BIZ ein neues System vor – eine Art gemeinsames digitales Hauptbuch, in dem Zentralbanken und Geschäftsbanken mit digitalen Versionen ihres eigenen Geldes zusammenarbeiten.

Warum Stablecoins ein Risiko darstellen

Die BIZ mit Sitz in der Schweiz sieht Stablecoins mit großer Sorge. Dabei handelt es sich um Kryptowährungen, die an eine reale Währung wie den US-Dollar gekoppelt sind.

Der Markt für Stablecoins hat inzwischen ein Volumen von 316 Milliarden US-Dollar erreicht. Nach Ansicht der Bank verfügen diese digitalen Vermögenswerte nicht über die notwendige Stabilität und Vertrauensbasis, um als verlässliches Zahlungsmittel zu dienen.

Ein konkretes Risiko besteht darin, dass Menschen in Ländern mit einer schwachen Landeswährung massenhaft auf an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins umsteigen. Dadurch könnte die jeweilige Zentralbank die Kontrolle über ihre Geldpolitik verlieren, was der Wirtschaft des Landes schaden würde.

Sollten viele Menschen ihre Ersparnisse von Bankkonten abziehen und stattdessen in Stablecoins investieren, stünden den Banken weniger Mittel für Kredite an Unternehmen und Privatpersonen zur Verfügung. Das könnte die Wirtschaft zusätzlich belasten.

Auch die Technologie hinter Kryptowährungen überzeugt nicht

Die BIZ übt außerdem deutliche Kritik an der Technologie hinter Kryptowährungen wie den Blockchains von Bitcoin und Ethereum. Dem Bericht zufolge sind diese Systeme nicht in der Lage, eine große Anzahl von Transaktionen effizient zu verarbeiten. Zudem fehle eine zentrale verantwortliche Instanz, und die endgültige Abwicklung von Zahlungen sei nicht jederzeit garantiert.

Die hohen Transaktionskosten bei starker Netzwerkauslastung seien laut BIZ keine vorübergehende Schwäche, sondern ein grundlegendes Problem.

Da es keine zentrale Instanz mit klarer Verantwortung gibt, seien diese Netzwerke nach Ansicht der Bank für das reguläre Finanzsystem, das auf eindeutigen Regeln und Verantwortlichkeiten basiert, ungeeignet.

Die Lösung der „Bank der Banken“

Wie sieht die Zukunft aus? Die BIZ schlägt ein neues System vor: eine Art gemeinsames digitales Hauptbuch. Darauf könnten Zentralbanken (wie die Europäische Zentralbank), Geschäftsbanken (wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank) sowie weitere Finanzwerte in digitaler Form zusammengeführt werden.

Das gesamte System würde innerhalb des bestehenden rechtlichen und regulatorischen Rahmens des Finanzsektors betrieben. So könnten die Vorteile moderner Technologien – etwa nahezu sofortige Zahlungen – genutzt werden, ohne die Stabilität des Geldsystems oder das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gefährden, so die BIZ.

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