BlackRock-CEO: „Kapitalismus funktioniert nicht für alle"

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Aktualisiert am 24. März 2026, 08:01
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Foto: Steve Sanchez Photos/Shutterstock

In seinem jährlichen Brief an die Aktionäre schlägt Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, eine grundlegende Erneuerung des Finanzsystems vor. Der Schlüssel ist seiner Meinung nach die Tokenisierung: die Umwandlung von Vermögenswerten wie Aktien in einen digitalen Eigentumsnachweis. Dies soll Märkte effizienter und die Wirtschaft gerechter machen.

Kurz zusammengefasst

  • CEO Larry Fink von BlackRock erklärt, dass Tokenisierung entscheidend ist, um das Finanzsystem zu modernisieren und das Investieren zugänglicher zu machen.

  • BlackRock verwaltet selbst bereits fast 150 Milliarden Dollar in digitalen Märkten und betreibt den größten tokenisierten Fonds der Welt.

  • Fink verknüpft diese Technologie mit größeren wirtschaftlichen Problemen in den USA, wie wachsender Ungleichheit und hoher Staatsverschuldung.

Die „Infrastruktur" des Finanzsystems

Laut Fink kann Tokenisierung die „Infrastruktur des Finanzsystems" vollständig erneuern. Die Idee besteht darin, Eigentum an beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien in einem digitalen Hauptbuch zu erfassen – vergleichbar mit der Technologie hinter Krypto. Dies macht die Ausgabe, den Handel und die Verwaltung von Anlagen schneller und kostengünstiger.

Fink skizziert eine Zukunft, in der jeder über eine Digitale Wallet auf seinem Telefon investieren kann. „Die Hälfte der Weltbevölkerung besitzt eine solche Wallet", erklärt er. „Stell dir vor, damit genauso einfach in verschiedene Unternehmen investieren zu können, wie eine Zahlung zu senden."

BlackRock investiert selbst bereits Milliarden

Dass es BlackRock ernst meint, zeigen die Zahlen. Das Unternehmen verwaltet bereits fast 150 Milliarden Dollar im digitalen Markt, davon 65 Milliarden Dollar in Reserven für sogenannte Stablecoins und fast 80 Milliarden in börsengehandelten Kryptoprodukten (ETFs).

Darüber hinaus verwaltet das Unternehmen den größten tokenisierten Fonds der Welt. Damit können Kunden direkt in digitale Eigentumsnachweise amerikanischer Staatsanleihen investieren.

Eine Antwort auf wirtschaftliche Ungleichheit

Fink verknüpft sein Plädoyer für Tokenisierung mit tiefergehenden wirtschaftlichen Problemen. „Der Kapitalismus funktioniert, aber nicht für genug Menschen", schreibt er. Laut dem Unternehmenschef lässt das aktuelle amerikanische System zu viele Menschen zurück, was zu mehr Ungleichheit und weniger Vertrauen führt.

Große Herausforderungen wie die Energiewende und das Wettrennen in der künstlichen Intelligenz (KI) können Regierungen und Unternehmen nicht allein finanzieren, warnt Fink. Indem der Kapitalmarkt durch Tokenisierung zugänglicher wird, können mehr Menschen am Wirtschaftswachstum teilhaben.

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