Gute Nachrichten über Bitcoin-Großkäufer waren falsch

2 Min. Lesedauer
08. Jan. 2026, 13:43

Die Annahme, dass große Bitcoin (BTC)-Investoren (sogenannte Whales) derzeit massiv einkaufen, scheint nicht zu stimmen. Das zeigen neue Analysen von CryptoQuant. Laut der Datenplattform werden viele Transaktionen falsch interpretiert, was ein zu positives Bild der Marktlage vermittelt.

Verzerrtes Bild bei Krypto-Käufen

In den letzten Wochen häuften sich die Berichte, dass Großanleger große Mengen Bitcoin akkumulieren. Doch Julio Moreno, Leiter der Analyseabteilung bei CryptoQuant, widerspricht: Diese Einschätzung sei irreführend. Viele der zugrunde liegenden Daten würden durch Aktivitäten von Kryptobörsen selbst verfälscht.

Denn Börsen verschieben regelmäßig Guthaben von tausenden kleineren Wallets auf wenige große Adressen – aus operativen Gründen, etwa zur Kosteneinsparung oder zur Einhaltung strengerer Regulierungen.

Tracking-Tools interpretieren diese Adressen fälschlicherweise als Whales, obwohl es sich in Wahrheit um zusammengefasste Kundengelder handelt. Wenn man diese börsenbezogenen Bewegungen aus den Daten herausfiltert, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Laut Moreno reduzieren große Halter nach wie vor ihre Bestände. Sowohl Wallets mit sehr großen Bitcoin-Mengen als auch Adressen mit 100 bis 1.000 BTC verzeichnen Rückgänge. Das deutet darauf hin, dass Kapital weiter abfließt, unter anderem in Richtung Bitcoin-ETFs.

Bitcoin-ETFs verändern die Marktstruktur

Seit der Einführung von Bitcoin-ETFs in den USA am 10. Januar 2024 hat sich die Marktstruktur grundlegend verändert. Diese börsengehandelten Fonds sind mittlerweile zu wichtigen BTC-Besitzern geworden und haben einen Teil der Rolle traditioneller Whales übernommen.

Große Kursbewegungen resultieren nun zunehmend aus der ETF-Zufuhr oder -Abflüssen, statt aus direkten Käufen oder Verkäufen einzelner Großanleger. Das erklärt, warum sich der Bitcoin-Kurs manchmal ohne erkennbare Whale-Aktivität bewegt.

Aktuell liegt der Bitcoin-Kurs bei etwa 79.000 Euro, nachdem er Anfang des Jahres noch unter 70.000 Euro gefallen war.

Langfristige Halter zeigen vorsichtige Trendwende

Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen: Daten deuten darauf hin, dass Langzeit-Investoren (Long-Term Holder) langsam wieder mit dem Aufbau ihrer Positionen beginnen. Matthew Sigel, Leiter der Digital-Asset-Analyse bei VanEck, erklärte, dass diese Gruppe im vergangenen Monat wieder zu Käufern geworden ist.

Dies folgt auf das, was er als „größtes Verkaufsereignis seit 2019“ bezeichnete. Der Stimmungsumschwung deutet darauf hin, dass eine wichtige Quelle für Verkaufsdruck vorerst versiegt. Historisch gesehen spielen langfristige Halter eine zentrale Rolle bei der Ausbildung von Markt-Tiefs.

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