Gino Presti Gino Presti
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Ende 2025: US-Wirtschaft wirkt stark, aber Schwäche unter der Haube

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Foto: jo.pix/Shutterstock

An der Oberfläche sah die US-amerikanische Wirtschaft Ende 2025 noch immer solide aus. Aktien stehen höher, das BIP-Wachstum überrascht positiv und die Arbeitslosigkeit ist historisch gesehen noch niedrig. Aber wer etwas weiter herauszoomt und Haushalte, Arbeit, Kredit und die physische Wirtschaft miteinander verbindet, sieht laut dem pseudonymen Analysten EndGame Macro ein fragileres Gesamtbild entstehen.

Dies ist keine Wirtschaft, die zusammenbricht. Wohl aber eine, die von einem immer schmaleren Fundament getragen wird, während der Druck unter der Haube zunimmt. Und das kann enorme Folgen für den Bitcoin-Kurs haben.

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Wachstum und Märkte: starke Zahlen, schmale Basis

Das reale BIP wuchs im dritten Quartal mit 4,3 Prozent auf Jahresbasis, das stärkste Tempo seit zwei Jahren. Dieses Wachstum wurde vor allem durch Konsum (plus 3,5 Prozent) und Export (plus 8,8 Prozent) getragen.

Das Problem liegt nicht in der Zahl, sondern in der Zusammensetzung. Etwa siebzig Prozent des BIP besteht aus Konsum, und ein immer größerer Teil davon betrifft nicht-diskretionäre Ausgaben. Gesundheitsversorgung allein macht bereits circa siebzehn Prozent des privaten Konsums aus und läuft in Richtung 3,6 Billionen Dollar auf Jahresbasis. Das treibt das BIP, sagt aber wenig über Vertrauen oder Kaufkraft aus.

Finanzmärkte liefen voraus. Der S&P 500 stieg siebzehn bis neunzehn Prozent, der Nasdaq einundzwanzig Prozent und der Dow etwa elf Prozent. Diese Rally wurde durch KI-Optimismus und Erwartungen einer lockereren Fed-Politik getrieben, nicht durch eine breite Verbesserung von Haushaltsbilanzen.

Arbeitsmarkt und Sentiment: Abkühlung wird sichtbar

Der Arbeitsmarkt kühlt ab. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 4,6 Prozent im November, gegenüber 4,1 Prozent Anfang dieses Jahres. In diesem Monat kamen lediglich 64.000 Stellen hinzu. Die breitere Unterauslastung (U-6) stieg auf 8,7 Prozent.

Entlassungen nehmen zu. Bis einschließlich November wurden 1,17 Millionen Entlassungen angekündigt, ein Anstieg von 54 Prozent auf Jahresbasis, vor allem in Technologie, Gesundheitswesen und Industrie. Verbraucher spüren das. Das Michigan-Sentiment endete im Dezember bei 52,9, fast dreißig Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Der Conference Board-Index fiel auf 89,1 und zeigte fünf aufeinanderfolgende Monatsrückgänge.

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Haushalte unter Druck

Der Kreditstress breitet sich aus, und immer mehr Kredite können nicht zurückgezahlt werden:

  • Kreditkartenrückstände: 12,4 Prozent, über zwanzig Prozent in niedrigeren Einkommensgruppen
  • Autokredite: 5,02 Prozent, höchstes Niveau seit fünfzehn Jahren
  • Studienkredite: 9,4 Prozent, stark steigend nach Wiederaufnahme der Rückzahlungen
  • Hypotheken: 3,76 Prozent, mit FHA-Krediten bei rund 10,8 Prozent

Insolvenzen steigen mit. Anträge liegen acht bis zehn Prozent höher als vor einem Jahr. Große Unternehmensinsolvenzen erreichten 717 Fälle, die höchste Zahl seit 2010. Privatinsolvenzen nahmen ebenfalls zu, mit circa 41.000 Anträgen im November.

Immobilien, Handel und physische Wirtschaft

Gewerbeimmobilien bleiben ein verwundbarer Punkt. Büroleerstand liegt bei rund neunzehn Prozent, deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Industrieller Leerstand nimmt zu, während Einzelhandel relativ stabil bleibt.

Handelspolitik sorgte 2025 für zusätzliche Reibung. Durchschnittliche Zölle stiegen über fünfzehn Prozent, mit Ausreißern bis fünfzig Prozent auf Stahl und Aluminium und fünfunddreißig Prozent auf kanadische Waren. Das erschwert Ketten und drückt Margen.

Frachtverkehr: eine stille Bestätigung

Die Güterökonomie bestätigt die Abkühlung. Das Frachtvolumen stieg im November lediglich 0,2 Prozent Monat für Monat, liegt aber fast sieben Prozent niedriger als vor einem Jahr. Spotpreise stehen unter Druck und Load Postings sind fünfzehn bis zweiundzwanzig Prozent gefallen. Das weist auf schwache Volumina und anhaltende Kapazitätskorrektur hin.

Was bedeutet das für Bitcoin?

Für Bitcoin (BTC) ist dies ein klassisches spätzyklisches Umfeld. Während Aktienmärkte noch Vertrauen ausstrahlen, nimmt die Spannung in Haushaltsfinanzen und Kreditmärkten zu. Historisch gesehen ist das eine Umgebung, in der Liquiditätspolitik wichtiger wird als Wachstumszahlen.

Solange Zinsen hoch bleiben, kann Bitcoin zurückbleiben. Aber gerade diese Art schleichender Abschwächung vergrößert die Chance, dass Zentralbanken 2026 gezwungen werden zu lockern. In früheren Zyklen war das der Moment, in dem Bitcoin nicht auf wirtschaftliche Stärke reagierte, sondern auf monetäre Wendungen.

Kurzum: Die Wirtschaft verlangsamt sich nicht spektakulär, aber strukturell. Und das ist genau die Art von Hintergrund, auf die Bitcoin oft erst später, aber umso heftiger, reagiert.

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Über den Autor:
Gino Presti

Gino Presti ist seit März 2024 bei Crypto Insiders. Seit 2017 ist er aktiv im Kryptowährungshandel und hat sich ein umfangreiches Wissen über den Kryptomarkt angeeignet. Ginos fundiertes Verständnis und seine Begeisterung für Kryptowährungen motivieren ihn, aktuelle Trends und Entwicklungen kontinuierlich zu verfolgen und sein Wissen mit einem breiteren internationalen Publikum zu teilen.

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