Die Lage im Nahen Osten ist erneut eskaliert – und das hinterlässt deutliche Spuren am Kryptomarkt. Bitcoin sowie Altcoins wie Ethereum und XRP haben in der vergangenen Nacht kräftig nachgegeben. Auslöser sind neue Angriffe sowohl des Irans als auch der Vereinigten Staaten sowie die erneute Schließung der Straße von Hormus.
Öl steigt, Bitcoin fällt
Die Ölpreise sind um mehr als 4 Prozent gestiegen und belasten damit die internationalen Finanzmärkte. Von einer Waffenruhe kann keine Rede mehr sein, während die Sorge vor einer länger anhaltenden Störung der Energieversorgung erneut zunimmt.
Die USA griffen in der vergangenen Nacht Dutzende Ziele im Iran an, woraufhin der Iran am Morgen umgehend mit Vergeltungsschlägen reagierte. Bereits am vergangenen Wochenende lieferten sich beide Länder mehrere Angriffe. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde zudem die Straße von Hormus erneut vom Iran geschlossen.
Durch diese Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports abgewickelt. Nach der vorläufigen Einigung im vergangenen Monat war die Passage wieder geöffnet worden – als erster Schritt in Richtung eines dauerhaften Friedensabkommens.
Nach dieser Entwicklung fiel der Bitcoin-Kurs zunächst von 64.300 US-Dollar auf 63.800 US-Dollar, doch der größte Kursrückgang erfolgte in der vergangenen Nacht. Bitcoin hat inzwischen rund 2,6 Prozent verloren, während auch die Futures auf US-Aktien deutlich unter Druck stehen.

US-Präsident Donald Trump erklärte bereits vergangene Woche, dass die Waffenruhe beendet sei. Die diplomatischen Gespräche über ein mögliches Abkommen würden seinen Angaben zufolge zwar fortgesetzt, doch die jüngsten Eskalationen lassen wenig Hoffnung auf einen nachhaltigen Frieden.
Die Ölpreise hatten ihre kriegsbedingten Gewinne zwischenzeitlich vollständig abgegeben, liegen inzwischen jedoch wieder rund 10 Prozent über ihrem jüngsten Tief. Dadurch nehmen die Inflationssorgen erneut zu – ebenso wie die Befürchtung, dass die Zentralbanken ihre restriktive Geldpolitik länger beibehalten könnten. In dieser Woche stehen zudem neue Inflationsdaten aus den USA auf dem Programm: Am Dienstag wird der Verbraucherpreisindex veröffentlicht, am Mittwoch folgt der Erzeugerpreisindex.
Der Bereich zwischen 64.000 und 64.500 US-Dollar galt als wichtige Unterstützungszone für Bitcoin. Inzwischen ist jedoch klar, dass sich der Kurs dort nicht behaupten konnte. Damit rückt das Wochentief bei rund 62.000 US-Dollar wieder in den Fokus.
Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert Bitcoin auf der Kryptobörse OKX bei 62.752 US-Dollar. Auf der europäischen Kryptobörse Bitvavo entspricht das einem BTC-Kurs von 55.052 Euro. Im Vergleich zu vor 24 Stunden liegt Bitcoin damit 1,79 Prozent im Minus.
Altcoins teilen den Schmerz
Heute gibt es kaum Kryptowährungen, die im Plus notieren. Auffällig ist jedoch, dass Ethereum mit einem Minus von 1,21 Prozent vergleichsweise glimpflich davongekommen ist. Die größte Altcoin steht zudem kurz vor einem möglichen Ausbruch gegenüber Bitcoin. Sollte dieser gelingen, könnte eine längere Phase beginnen, in der Ethereum besser abschneidet als Bitcoin.
Long Awaited #Altcoins Rally incoming, IYKYK..🧐
XRP verzeichnet ein Minus von 1,64 Prozent, während Solana den Verlust mit einem Rückgang von lediglich 0,22 Prozent begrenzen kann. Hyperliquid ist innerhalb der Top 10 der größte Verlierer und gibt 2,38 Prozent nach. In den Top 100 insgesamt bildet Pi mit einem Kursverlust von 10,05 Prozent das Schlusslicht.





