Krypto-Anleger geben persönliche Daten für nur 20 € preis

2 Min. Lesedauer
30. Juni 2025, 07:17

Die meisten erinnern sich sicher noch an den Start von Worldcoin: Ein einfacher Iris-Scan brachte Nutzerinnen und Nutzern damals Kryptowährungen im Wert von rund 25 € ein – zu Spitzenzeiten sogar etwa 250 €.

Nun sorgt ein neues Krypto-Projekt mit einem ähnlichen Konzept für Aufsehen: Humanity Protocol.

Humanity Protocol: Krypto gegen einen Handflächenscan

Humanity Protocol will über biometrische Daten verifizieren, ob du ein Mensch bist – diesmal nicht über deine Iris, sondern per Handflächenscan. Als Gegenleistung erhältst du Kryptowährungen, aktuell im Wert von etwa 20 €.

Das Projekt basiert auf dem Konzept des Proof of Humanity (PoH). Mithilfe von Blockchain-Technologie und biometrischer Verifizierung sollst du vollständige Kontrolle über deine digitale Identität behalten – lokal verarbeitet, ohne Rohdaten-Speicherung, so die Entwickler.

Der Scan erstellt eine nicht rückverfolgbare Blaupause, die zur Verifikation dient, ohne deine Identität offenzulegen – dank Zero Knowledge Proofs. Du erhältst eine tragbare digitale Identität, mit der du Zugang zu Events, Plattformen, Rabatten und mehr bekommst.

Vielversprechende Ziele – aber was steckt wirklich dahinter?

Laut Google ist Humanity Protocol ein dezentrales Identitätssystem für die Web3-Welt. Es soll Fake-Accounts, Deepfakes und digitale Manipulation bekämpfen – etwa bei Wahlen, Social Media oder digitalen Eigentumsnachweisen. Auch Zugangssysteme für physische Räume (z. B. Gebäude) wären denkbar.

Kritik: Influencer kassieren, Nutzer zahlen mit Daten

Doch in den sozialen Medien hagelt es Kritik. Der Nutzer StarPlatinum schreibt auf X:

Er beschreibt die Nutzererfahrung als aufwändig und enttäuschend: Während normale Nutzer für 20 € ihre biometrischen Daten preisgeben, erhielten Influencer ein Vielfaches an $H-Token – ganz ohne Aufwand.

Einige Nutzer mit Millionen an Referrals verdienten extrem hohe Mengen. Laut weiteren Posts erhalten „wertvollere“ Personen – z. B. mit wichtigem Job oder großer Reichweite – mehr Token.
Die sogenannte „Fairdrop“ sei also alles andere als fair.

Der Token $H: Kurssturz nach dem Listing

Der $H-Token startete mit einem Kurs von 16 US-Cent, fiel aber direkt nach Handelsbeginn auf 2 Cent – ein typischer Effekt bei Airdrops. Großhalter, oft Influencer mit vielen Referrals, dumpen ihre Token sofort.

Einige Coins – wie Worldcoin – erholen sich später wieder. Die meisten jedoch verschwinden nach dem Dump weitgehend von der Bildfläche, auch wenn sie auf großen Börsen wie Binance oder OKX gelistet sind.

Krypto-Anleger geben persönliche Daten für nur 20 € preis