Laut einer Analyse des Vermögensverwalters Franklin Templeton steht Künstliche Intelligenz (KI) kurz vor dem Eintritt in eine neue Phase: vom reinen Dialog hin zum eigenständigen Handeln. Diese sogenannten KI-Agenten benötigen ein eigenes Zahlungssystem – und dabei rückt Krypto als ernstzunehmende Lösung in den Fokus.
Zusammengefasst
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Laut Franklin Templeton können KI-Agenten eigenständig Aufgaben planen, ausführen und Transaktionen abwickeln.
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Um Zahlungen zwischen Softwareprogrammen zu ermöglichen, werden neue Standards von Unternehmen wie Coinbase, Stripe und Visa entwickelt.
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Der Vermögensverwalter schätzt, dass der Markt für diesen „Agentic Commerce“ bis 2030 auf 3 bis 5 Billionen US-Dollar wachsen könnte.
Vom Chatbot zur autonom handelnden Software
In den vergangenen Jahren haben wir KI-Systeme kennengelernt, die Inhalte erstellen können – etwa ChatGPT. Franklin Templeton sieht den nächsten Entwicklungsschritt in der sogenannten „Agentic AI“: Software, die nicht nur Antworten liefert, sondern eigenständig Aufgaben übernimmt.
Der Vermögensverwalter beschreibt dies als einen Wandel „von einem reaktiven Chatbot zu einem autonomen System, das seine Umgebung wahrnimmt, einen Plan entwickelt und mehrstufige Aufgaben ohne ständige menschliche Aufsicht ausführt“.
Diese Agenten können mit externer Software und anderen Systemen kommunizieren. Der Analyse zufolge werden bis 2028 bereits 38 Prozent der Unternehmen KI-Agenten als vollwertige Teammitglieder einsetzen.
Die Bezahlung einzelner Aufgaben wird zum Engpass
Wenn Software eigenständig Aufgaben ausführt, muss sie auch selbst für Rechenleistung, Daten oder andere Dienstleistungen bezahlen können. Genau hier stoßen KI-Agenten laut Franklin Templeton auf die Grenzen des heutigen Zahlungssystems.
Herkömmliche Zahlungsmethoden wie Kreditkarten sind für die oft sehr kleinen Beträge zu teuer. Eine Kreditkartentransaktion kostet schnell 2 bis 3 Prozent zuzüglich einer festen Gebühr, während eine Zahlung eines KI-Agenten teilweise nur den Bruchteil eines Cents beträgt.
OpenAI ermöglicht bereits Zahlungen innerhalb von ChatGPT für Anwendungen von Drittanbietern, beispielsweise von Target oder DoorDash. Täglich verarbeitet die Plattform 2,5 Milliarden Prompts, davon sind 53 Millionen einkaufsbezogen.
Warum Blockchains in den Fokus rücken
Gerade für diese zahlreichen, schnellen Kleinstzahlungen bieten Blockchains laut Franklin Templeton eine geeignete Lösung. Sie ermöglichen es, Transaktionen sicher und transparent zu erfassen, ohne auf einen kostspieligen Zwischenhändler angewiesen zu sein.
Das Ziel ist laut der Analyse einfach: „Software kann Software bezahlen.“ Große Unternehmen wie Google, Stripe, Visa und Amazon Web Services haben sich dieser Initiative bereits angeschlossen.
Folgen für Krypto und Anleger
Nach Ansicht von Sandy Kaul von Franklin Templeton könnte diese Entwicklung die entscheidende Anwendung sein, die die Verbreitung der Blockchain-Technologie deutlich beschleunigt. Die Logik dahinter ist einfach: KI-Agenten, die auf einem Blockchain-Netzwerk arbeiten, bezahlen mit der jeweiligen Kryptowährung des Netzwerks – etwa mit SOL im Solana-Netzwerk.
Dadurch könnte die Nachfrage nach diesen Kryptowährungen steigen, was sich laut der Analyse positiv auf deren Wert auswirken dürfte. Gleichzeitig könnten zusätzliche Einnahmen für die Weiterentwicklung und Absicherung der Blockchain-Netzwerke entstehen.
Das Potenzial ist enorm. Franklin Templeton geht davon aus, dass KI-Agenten im Jahr 2030 bereits 15 bis 25 Prozent des E-Commerce in den USA ausmachen könnten – mit einem weltweiten Marktvolumen von 3 bis 5 Billionen US-Dollar.







