Silber unter Druck: Meine Strategie in der Edelmetall-Korrektur

3 Min. Lesedauer
Aktualisiert am 15. Feb. 2026, 17:51
Silber unter Druck: Meine Strategie in der Edelmetall-Korrektur
Foto: Jaytrading / YouTube

In den letzten Tagen sehen wir eine deutliche Korrektur bei den Edelmetallen, insbesondere bei Silber. An einem einzigen Tag hat Silber über 10 % verloren. Natürlich kommen jetzt überall die gleichen Fragen auf: Soll ich jetzt kaufen? Ist das eine Chance? Oder fällt es noch weiter?

Ich verstehe diese Unsicherheit gut. Gerade für viele Neueinsteiger ist das oft der erste Berührungspunkt mit Gold oder Silber. Wenn die Kurse stark schwanken, wirkt das bedrohlich – oder eben verlockend. Für mich ist wichtig: Erst verstehen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, bevor man handelt.

Grundsätzlich sehe ich vier Wege, in Edelmetalle zu investieren: physisch kaufen, über die Börse traden, über Papierzertifikate investieren oder indirekt über Minen- und Rohstoffaktien.

Papierzertifikate klammere ich für mich komplett aus. Das ist nicht mein Ansatz. Ich konzentriere mich auf drei Bereiche: physisch, Trading und Aktien.

Physisches Silber bleibt mein Fundament

Für mich steht das physische Investment an erster Stelle. Echtes Silber oder Gold – das ist mein Fundament. Ich investiere seit Mitte 2020 regelmäßig und habe mein Sachwertdepot kontinuierlich aufgebaut.

Gerade bei Silber gibt es einen entscheidenden Vorteil: den Kauf im Zollfreilager. Dadurch spare ich die Mehrwertsteuer, was bei Silber rund 17 % Preisvorteil bedeutet. Bei Platin oder Palladium ist der Unterschied sogar noch größer.

Wichtig ist aber auch: Ich kaufe nicht blind in jede Euphorie hinein. Wenn Märkte nahe Allzeithochs stehen – egal ob Gold, Silber oder Indizes – mache ich keine manuellen Zusatzkäufe.

Stattdessen lasse ich meinen Sparplan einfach weiterlaufen. Das hat sich bewährt. Viele wollten in starken Phasen ihren Sparplan stoppen, doch im Nachhinein lagen genau diese Käufe im Gewinn.

Für mich gilt: Sparplan niemals kündigen. Manuelle Käufe hingegen setze ich gezielt ein – vor allem in stärkeren Korrekturen.

Trading: Chancen nutzen, aber mit Plan

Neben dem physischen Investment trade ich Edelmetalle auch. Long und Short – je nach Marktlage. Aktuell habe ich allerdings keine offene Position. Mir war es zu riskant, einfach „ins Blaue hinein“ zu shorten, nur weil die Kurse hoch standen.

Ich warte lieber auf saubere Korrekturen, um neue Long-Positionen aufzubauen. Bei Silber sehe ich beispielsweise interessante Bereiche deutlich tiefer. Sollte der Markt dorthin zurückkommen, würde ich mit geringem Hebel einsteigen. Maximal 2x – Silber ist extrem volatil.

Langfristig glaube ich weiterhin an Edelmetalle. Die industrielle Nachfrage – gerade bei Silber – ist durch technologische Entwicklungen stark gestiegen. Ich erwarte keinen massiven Absturz wie in früheren Jahrzehnten. Aber Korrekturen gehören dazu – und sie sind gesund.

Minenaktien: Gewinne realisieren statt gierig werden

Der dritte Bereich sind Minen- und Edelmetallaktien. Hier hatte ich zuletzt sehr starke Gewinne, zum Beispiel mit einer Mining-Aktie, die ich mit über 400 % Plus verkauft habe. Natürlich hätte ich im Nachhinein noch etwas mehr herausholen können – aber das ist immer so.

Viele Minenwerte stehen aktuell nahe Allzeithoch. Für mich persönlich sind das keine idealen Einstiegsniveaus. Ich habe deshalb Gewinne mitgenommen. Das war für mich auch eine Art Hedge gegen mein physisches Investment, das ich nicht verkaufen möchte.

Sollten Minenaktien jedoch stärker korrigieren – beispielsweise 40–50 % vom Hoch – werden sie wieder hochinteressant. Langfristig bin ich überzeugt, dass Rohstoffe, Energie und Edelmetalle in den kommenden Jahren eine große Rolle spielen werden.

Mein Fazit

Mein Hauptfokus bleibt klar: physisches Edelmetall als Basis. Danach kommen Aktien. Und erst dann Trading. Wer strukturiert vorgeht, braucht keine Panik bei Korrekturen zu haben.

Edelmetalle korrigieren gerade – aber für mich ist das kein Grund zur Angst. Es ist Teil des Zyklus. Und genau darin liegen langfristig die Chancen.

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