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Eine Lobby, die einst Besucher beeindrucken sollte, hat sich in einen Geldautomaten verwandelt. In Macau hat das Grand Emperor Hotel seinen ikonischen „goldenen Pfad“ entfernt. Und das Timing ist kein Zufall. Während der Goldpreis Rekorde bricht, entpuppt sich ein Hotelboden als strategische Investition.
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Kurz zusammengefasst
– Das Grand Emperor Hotel in Macau hat seinen berühmten goldenen Boden entfernt und die Goldbarren verkauft.
– Der Verkauf von 79 Kilogramm Gold brachte rund 10,8 Millionen Euro ein.
– Der Schritt passt zur Strategie, Macau weniger abhängig vom Glücksspiel zu machen.
Der goldene Pfad: Vom Blickfang zur Investition
Dutzende Goldbarren unter Glas wurden im Grand Emperor Hotel in Macau entfernt. Nicht wegen einer Renovierung, sondern für einen Verkauf, der fast 11 Millionen Euro einbringt.
Das Hotel bezeichnete den aktuellen Goldpreis als „zu attraktiv, um zu widerstehen“. Daher wurde gehandelt. Insgesamt wurden 79 Kilogramm Gold verkauft, was etwa 10,8 Millionen Euro einbrachte. Die Barren gingen an eine Raffinerie in Hongkong.
Der Eingangsbereich war jahrelang als „goldener Pfad“ bekannt, da er aus Dutzenden Goldbarren unter einem Glasboden bestand. Einst diente er reiner Show, doch nun sieht das Hotel vor allem seinen materiellen Wert.
Der Rückbau soll „neuen Investitionsmöglichkeiten“ Platz machen, doch die Botschaft ist klar: Bei Gold auf Rekordniveau ist selbst ein Luxus-Icon käuflich.
Warum gerade jetzt?
Dass Gold ausgerechnet jetzt aus einer Hotellobby verschwindet, passt zu einem globalen Trend: Gold zieht Kapital an. Anleger sind angesichts der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Lage weltweit vorsichtig.
Daher greifen sie häufiger zu „sicheren Häfen“ wie Gold und Silber, während volatile Anlagen wie Kryptowährungen unter Druck stehen.
Die Regeln des Finanzspiels sind einfach zu erklären. Märkte funktionieren über Liquidität – also frei verfügbares Kapital, das leicht investiert oder gehandelt werden kann.
Ist weniger von diesem Kapital im System, gibt es auch weniger Spielraum für Spekulation, und Investoren sind weniger bereit, Risiken einzugehen.
Laut Finanzexperte Michael Howell bleibt in einer „normal weiterlaufenden“ Wirtschaft weniger Geld übrig, um auf schnelle Gewinne zu spekulieren. Gerade volatile Märkte wie der Kryptomarkt reagieren darauf äußerst sensibel.
Gleichzeitig erhält Gold zusätzliche Unterstützung aus China, wo laut Howell Ankäufe und wirtschaftliche Stimulierungsmaßnahmen dem Edelmetall Auftrieb geben.
Das bedeutet, dass das asiatische Land aktiv Gold kauft und die Wirtschaft ankurbelt. Dadurch steigt der Goldpreis, doch andere Märkte profitieren davon nicht automatisch.
Gold als „sicherer Hafen“
Gold ist nicht nur teuer, weil es schön ist, sondern auch, weil es als „Zufluchtsort“ für Anleger gilt, die Stabilität suchen. Andererseits ist an den Finanzmärkten nichts sicher. So musste beispielsweise Silber Anfang Februar einen deutlichen Rückschlag hinnehmen.
Das Timing des Verkaufs durch das Hotel ist jedenfalls kein Zufall. Der Goldpreis ist im vergangenen Jahr auf Rekordhöhen gestiegen. Dadurch werden selbst goldene Objekte – sogar ein Boden – plötzlich zu Vermögenswerten mit Renditepotenzial.
Macau sucht eine neue Identität
Der Verkauf passt zudem in einen größeren Strategiewechsel. Das Grand Emperor Hotel schloss im Oktober sein Casino und sucht nach neuen Formen der Unterhaltung und Einnahmequellen.
Und das ist in ganz Macau zu beobachten: Der einzige Ort in China, an dem Casinos legal sind, soll sich schon länger breiter aufstellen als nur im Glücksspielbereich.
Macau war einst das ultimative Glücksspielparadies mit enormen Umsätzen. Es ist der einzige Ort in China, an dem die Casinoindustrie legal ist. Dennoch werden zunehmend Stimmen laut, die mehr als nur Glücksspiel fordern.
Das macht den Goldverkauf umso interessanter. Wenn selbst ein Hotel Gold aus dem Boden holt, um neu zu investieren, dann ist Macau bereit für einen Kurswechsel. Diese besondere Destination träumt von einer Zukunft mit mehr Einnahmequellen als nur Gold allein.