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Frank Thelen warnt vor Bitcoin-Risiken – Experten widersprechen

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Wie Bitcoin seine Kritiker mit 100.000 $ zum Schweigen bringt

Foto: Frame Stock Footage/Shutterstock

Unternehmer Frank Thelen hat in einem aktuellen Interview mit der BILD erneut Bedenken bezüglich Bitcoin (BTC)-Investitionen geäußert. Der Gründer des Tech-Fonds Disruptive Technologies warnte vor verschiedenen Risiken der größten Kryptowährung. Seine Aussagen stoßen jedoch in der Krypto-Community auf erhebliche Kritik, da viele der angeführten Argumente als technisch überholt gelten.

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Thelens Warnung vor drei Bitcoin-Risiken

In seinem Interview mit der BILD-Zeitung führte Thelen drei Hauptrisiken für Bitcoin an. Als erstes nannte er die technische Begrenzung des Bitcoin-Netzwerks auf nur 200 Millionen Transaktionen pro Jahr. Diese Skalierungsproblematik könne bei einer weltweiten Adoption durch Großunternehmen schnell zu einem Engpass werden, während die Bitcoin-Community größere technische Änderungen ablehne.

Das zweite Risiko sieht Thelen in der Bedrohung durch Quantencomputer. Diese könnten die kryptographische Sicherheit von Bitcoin gefährden und die Kryptowährung im Extremfall wertlos machen. Für dieses Problem habe die Bitcoin-Community noch keine Lösung entwickelt.

Als drittes Problem führte Thelen die Zentralisierung des Mining-Bereichs an. Drei Mining-Firmen würden über 50 Prozent des Netzwerks kontrollieren, während ein Hersteller die Mining-Chips dominiere. Diese Entwicklung widerspreche der ursprünglichen dezentralen Philosophie von Bitcoin.

Trotz seiner Kritik hält Thelen selbst Bitcoin und empfiehlt eine kleine Portfoliogewichtung statt „All-in“-Strategien. Er sieht Ethereum (ETH) als interessantere Alternative, da es sich weiterentwickle und teilweise Lösungen für die genannten Probleme biete.

Scharfe Kritik von Krypto-Experten

Krypto-Experte Sunnydecree widersprach Thelens Argumenten deutlich und bezeichnete sie als „unqualifiziert“ und veraltet.

Er kritisierte zunächst Thelens Glaubwürdigkeit als Investor: Dessen Tech-Fonds „Disruptive Technologies“ weise seit der Gründung 2021 eine Performance von minus 20 Prozent auf und schneide damit nicht nur schlechter ab als Bitcoin oder Standard-Indizes sondern stelle auch seine Expertise in disruptiven Technologien wie BTC in Frage.

Kurs Chart Disruptive Technologies – Quelle: Finanzen.ch

Bezüglich der technischen Argumente wies Sunnydecree darauf hin, dass das Skalierungsproblem bereits durch das Lightning Network gelöst wurde. Dieses System ermögliche unbegrenzte Skalierbarkeit und Transaktionen in Sekundenbruchteilen, was er live in einem Video auf seinem Kanal demonstrierte.

Die Quantencomputer-Bedrohung bezeichnete der Experte als unrealistisch. Die Bitcoin-Community habe bereits Lösungen vorbereitet und müsse bei Bedarf nur die Verschlüsselung austauschen, nicht das gesamte System. Die Bitcoin-Community kann bei einer Quantencomputer-Bedrohung durch einen sogenannten „Soft Fork“ die verwendeten kryptographischen Algorithmen (SHA-256 und ECDSA) gegen quantenresistente Verfahren austauschen, ohne dass Nutzer ihre Bitcoins verlieren oder das grundlegende Blockchain-System verändert werden muss.

Auch die Befürchtung einer Mining-Zentralisierung relativierte er: Bitcoin-Miner hätten trotz Konzentration keine Kontrolle über das Netzwerk. Ein 51-Prozent-Angriff, ein theoretisches Szenario im Bitcoin-Netzwerk, bei dem eine einzelne Partei oder Gruppe mehr als die Hälfte der gesamten Mining-Power (Hash-Rate) kontrolliert, wäre wirtschaftlich sinnlos und es könnten keine Bitcoins gestohlen werden.

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Institutionelle Investoren setzen auf Bitcoin

Während prominente Skeptiker wie Goldexperte Peter Schiff Bitcoin regelmäßig als „Betrug“ bezeichnen oder Ökonomen wie Nouriel Roubini der Kryptowährung jeglichen Wert absprechen, verfolgen institutionelle Investoren einen anderen Kurs. Unternehmen wie Strategy, das mittlerweile über 582.000 BTC hält, bauen ihre Bitcoin-Bestände kontinuierlich aus.

Sunnydecree kritisierte besonders, dass Medien wie die BILD solchen „Experten“ eine Plattform geben würden, obwohl sie offensichtlich keine ausreichende Expertise besäßen. Er sieht Thelens Auftritte als Marketing für seinen schlecht performenden Fonds und fordert, dass sich nur kompetente Personen zu Themen äußern sollten, die sie auch verstehen.

„Während institutionelle Investoren weiter Bitcoin akkumulieren, werden alte Narrative medial recycelt. Die Aussagen über angebliche Bitcoin-Gefahren entbehren jeder aktuellen Grundlage.“, so Sunnydecree in seinem Beitrag auf X.

Die Diskussion um Bitcoin-Risiken verdeutlicht die Komplexität des Themas. Weder blinde Euphorie noch pauschale Ablehnung werden der technischen Realität gerecht. Anleger sollten sich nicht ausschließlich von Experten-Meinungen leiten lassen, sondern die technischen Fakten prüfen und Performance-Zahlen hinterfragen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

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Über den Autor:
Jan-Eric Stehr

Jan-Eric Stehr ist seit August 2023 Chief Editor bei Crypto Insiders. Davor übersetzte und lokalisierte er die Website ins Deutsche. Mit seinem Ingenieursabschluss (B.Sc.) in Prozessmanagement/Maschinenbau und beruflicher Erfahrung im Consulting, unterstützt er Unternehmen beim Einstieg in den deutschen Markt. Seine Leidenschaft für Kryptowährungen fand er 2020, als er in sie investierte, und durch seine freiberufliche Tätigkeit vertiefte er sich weiter in dieses Thema.

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