Experte warnt: Angriff auf Bitcoin könnte bis zu 7 Milliarden Euro kosten

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18. Juli 2026, 08:40
Experte warnt: Angriff auf Bitcoin könnte bis zu 7 Milliarden Euro kosten
Foto: Kjetil Kolbjornsrud/Shutterstock

Ein US-amerikanischer Professor warnt vor einem Angriff, der Bitcoin Milliarden kosten könnte.

Ein solcher Angriff galt lange Zeit als unrealistisch. Durch Gewinne aus einer Wette auf fallende Kurse könnte ein Angreifer die enormen Kosten inzwischen jedoch möglicherweise wieder hereinholen.

Zusammengefasst

  • Ein Angriff auf Bitcoin würde rund 7 Milliarden Euro kosten.

  • Ein Angreifer könnte möglicherweise von einem fallenden Bitcoin-Kurs profitieren.

  • Kritiker halten einen solchen Angriff wegen der enormen Kosten für unrealistisch.

Angreifer müsste Kontrolle über das Netzwerk übernehmen

Professor Campbell Harvey von der Duke University warnt vor einem sogenannten 51-Prozent-Angriff. Dabei erlangt eine einzelne Partei so viel Kontrolle über Bitcoin, dass sie das Netzwerk vorübergehend stören kann.

Ein Angreifer könnte dann Zahlungen blockieren oder bestimmte Transaktionen rückgängig machen. Dafür wären allerdings eine enorme Anzahl leistungsstarker Computer und große Mengen an Strom erforderlich.

Harvey schätzt, dass ein solcher Angriff etwa 8 Milliarden US-Dollar kosten würde, umgerechnet rund 7 Milliarden Euro. Er betont, dass es sich um ein mögliches Risiko handelt und nicht um einen Angriff, der derzeit erwartet wird.

Von einem Kursrückgang profitieren

Laut Harvey hat sich die Situation verändert, weil Händler heute deutlich einfacher auf einen fallenden Bitcoin-Kurs setzen können. Dies wird als Short-Position bezeichnet: Dabei verdient ein Anleger Geld, wenn der Kurs sinkt.

Ein Angreifer könnte zunächst eine solche Position eröffnen und anschließend das Bitcoin-Netzwerk angreifen. Fällt der Kurs danach deutlich, könnten die Gewinne einen Teil der hohen Kosten ausgleichen.

Dafür würden wahrscheinlich ausländische Handelsplattformen genutzt. Einen solchen Angriff gezielt durchzuführen, um von einem Kursrückgang zu profitieren, gilt als Marktmanipulation und ist in Deutschland sowie im übrigen EU-Raum verboten.

Angriff laut Kritikern unrealistisch

Viele Bitcoin-Befürworter halten dieses Szenario für unrealistisch. Sie verweisen auf die enormen Kosten, die begrenzte Anzahl geeigneter Geräte und die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Vorbereitungen frühzeitig entdeckt werden.

Die KI-Chatbot Grok schätzt, dass für einen solchen Angriff Hardware im Wert von mehr als 8,6 Milliarden Euro erforderlich wäre. Hinzu kämen Stromkosten von rund 1,1 Millionen Euro pro Stunde.

Ein Angriff in dieser Größenordnung bleibt vorerst vor allem ein theoretisches Risiko. Dennoch ist Harvey der Ansicht, dass der Kryptomarkt dieses Risiko nicht vollständig ignorieren sollte.

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