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Laut Julien Bittel, Leiter der makroökonomischen Analyse bei Global Macro Investor, fasst eine einzige Grafik die wirtschaftliche Lage des Jahres 2025 besser zusammen als nahezu alle einzelnen Indikatoren.
Es geht um die Beziehung zwischen den taiwanesischen Exportzahlen und dem ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA.
Diese Kombination erklärt nicht nur, warum der ISM-Indikator niedriger ausfiel als von vielen Analysten erwartet, sondern auch, wo wir uns in der KI-Zyklus befinden – und was das für Bitcoin (BTC) im Jahr 2026 bedeuten könnte.
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This chart probably best encapsulates the story of 2025. It’s a chart I shared in several of my reports last year, and it also explains why ISM remained lower than we initially expected.
This shows the relationship between Taiwan exports and ISM.
At its core, it’s the story… pic.twitter.com/v9y6xZPUWx— Julien Bittel, CFA (@BittelJulien) January 9, 2026
Taiwan als Frühindikator der Weltwirtschaft
Im Zentrum steht Taiwan. Die Insel nimmt eine Schlüsselrolle in der globalen Produktionskette ein, insbesondere in der Chipindustrie. Neue Nachfragetrends zeigen sich dort zuerst.
Bittel argumentiert, dass die Exportzahlen Taiwans seit Jahrzehnten ein verlässlicher frühzyklischer Indikator für die Weltkonjunktur sind. Neue Investitionswellen zeigen sich zuerst in Halbleitern – und erst später in der breiteren Wirtschaft.
Die erste Phase des KI-Zyklus liegt hinter uns
Genau dieses Muster war 2025 zu beobachten: Taiwans Exporte explodierten, fast ausschließlich getrieben durch Halbleiterprodukte.
Grafikkarten (GPUs), Hochleistungs-Chips, Speicher und Verpackungskapazitäten standen im Mittelpunkt. Hyperscaler, Regierungen und Großunternehmen sicherten sich massenhaft Rechenleistung für künstliche Intelligenz und Automatisierung.
Diese Phase markiert laut Bittel den Beginn eines neuen Technologie-Zyklus. Das Wachstum erreichte fast 50 % pro Jahr – ein Tempo, das naturgemäß nicht dauerhaft zu halten war.
Die aktuelle Abkühlung ist für ihn kein Zeichen fallender Nachfrage, sondern vielmehr ein Übergang in die nächste Phase: Kapazitäten wurden aufgebaut, Lager gefüllt, der initiale Schub ist vorbei.
Von Chips zur Infrastruktur
Jetzt kommt der entscheidende Punkt für 2026: Nach der Lieferung der Chips muss die Infrastruktur entstehen.
Das heißt: Investitionen in
- Rechenzentren (Energie, Kühlung, Netzwerke)
- Stromnetze und Energieinfrastruktur
- industrielle Automatisierung und Robotik
- Software, Hardware & Prozesse
- Neugestaltung von Produktion und Logistik
Solche Investitionen sind kapitalintensiver, schwerer und langsamer als reine Chipbestellungen – und sie beeinflussen breitere Konjunkturindikatoren wie den ISM.
Warum der ISM schwach blieb
Bittel erklärt so auch die verhaltene Entwicklung des ISM-Index 2025: Der Schub fand zunächst in der Technologieführerschaft statt – nicht in der Realwirtschaft.
Der ISM reagiert erst, wenn Investitionen in Fabriken, Maschinen und Infrastruktur sichtbar werden. Diese „Investitionen zweiter Ordnung“ beginnen jetzt.
Laut Bittel wird 2026 das Jahr, in dem sich der KI-Zyklus auf die Realwirtschaft ausweitet. Nicht nur Tech-Konzerne, sondern auch Industrie, Energie, Infrastruktur und Transport werden zunehmend betroffen sein.
Das könnte zu folgenden Entwicklungen führen:
- Neue wirtschaftliche Dynamik
- Breiteres Umsatzwachstum
- Steigende Investitionsausgaben (CapEx)
- Zunehmendes Vertrauen in der Industrie
Für die Finanzmärkte bedeutet das eine Verschiebung von Hype zu Umsetzung: weniger spektakuläre Zahlen, aber eine nachhaltigere Investitionsphase.
Und was bedeutet das für Bitcoin?
In einem solchen Umfeld steht Bitcoin nicht für Panik oder Rezession, sondern für eine Phase struktureller Investitionen und wachsender Risikobereitschaft.
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