Gestern war ein schlechter Tag für Bitcoin mit einem Rückgang von mehr als 3 Prozent. Das Ergebnis fällt umso bitterer aus, weil die Aktienmärkte gleichzeitig deutliche Gewinne verzeichneten. Das Problem scheint vor allem bei Strategy zu liegen, dem größten Unternehmenshalter von Bitcoin. Die Finanzierungsmaschine des Unternehmens ist ins Stocken geraten, und die Angst vor weiteren Verkäufen wächst.
BTC fällt in einer Stunde um 2,6 %
Vor allem US-Investoren haben gestern große Mengen an Bitcoin verkauft. Am späten Nachmittag fiel der Kurs innerhalb von etwas mehr als einer Stunde um 2,6 Prozent – von 64.000 US-Dollar auf 62.300 US-Dollar.
Am Morgen wurde die Digitalwährung noch bei 64.500 US-Dollar gehandelt, seitdem ist der Kurs insgesamt um 3,4 Prozent gefallen.

Seit dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwochabend sprechen wir sogar von einem Rückgang von 5,6 Prozent. Damit wiederholt die Kryptowährung ein Muster, das bereits seit dem vergangenen Sommer zu beobachten ist: Sitzungen der US-Notenbank werden regelmäßig von Kursverlusten begleitet.
Der neue Vorsitzende Kevin Warsh schlug einen strengeren Ton an, als viele Investoren erwartet hatten. Der eigentliche Grund für diesen Kurssturz scheint jedoch bei Strategy zu liegen. Genauer gesagt bei dem Finanzierungsinstrument, mit dem das Unternehmen bereits mehr als 10 Milliarden US-Dollar für neue Käufe eingesammelt hat.
Dabei handelt es sich um die spezielle Aktie STRC, die gestern auf ihren bisherigen Tiefststand von rund 83 US-Dollar gefallen ist. Diese Aktienform wird vom Unternehmen ausgegeben, um Kapital aufzunehmen. Im Gegenzug erhalten Investoren eine feste Vergütung.
Das Problem: Strategy kann nur dann neues Kapital beschaffen, wenn die Aktie in der Nähe des angestrebten Niveaus von 100 US-Dollar notiert. Genau dieses Kapital nutzt das Unternehmen für Bitcoin-Käufe und zur Zahlung von Dividenden.
Der Kurs fällt, weil Anleger die Rendite von 11,5 Prozent inzwischen nicht mehr attraktiv genug finden. Zudem kann Strategy die Dividenden nach aktuellen Schätzungen nur noch etwa sieben Monate aus den vorhandenen Barreserven finanzieren. Früher lag dieser Zeitraum noch bei 24 Monaten, doch Michael Saylor entschied sich, die Dollarreserven zur Schuldentilgung einzusetzen.
Kürzlich verkaufte Strategy 32 Bitcoin – ein kaum wahrnehmbarer Kratzer im Verhältnis zu seinem riesigen Bestand –, um dem Markt zu zeigen, dass die Bestände zur Erfüllung der Dividendenverpflichtungen genutzt werden können. Nun befürchten Anleger, dass noch deutlich mehr Coins verkauft werden müssen. Diese Sorge spiegelt sich im Kursverlauf der größten Kryptowährung wider.
Bitcoin schloss gestern deutlich unter der wichtigen Marke von 64.000 US-Dollar, was Analyst Nebraskangooner Sorgen bereitet.
„Die Käufer haben viel Arbeit vor sich, wenn sie verhindern wollen, dass der Kurs wieder auf das Tief zurückfällt“, schrieb er.
#Bitcoin Not a good daily close.. buyers have work to do if they're gonna save this from dropping back to the lows.
Here's the bearish scenario we discussed on #Bitcoin If it loses this horizontal this becomes an upthrust in bearish conditions which would likely send price back to $60k lows
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert der Bitcoin-Kurs auf der Kryptobörse OKX bei 62.555 US-Dollar. Auf der europäischen Kryptobörse Bitvavo entspricht dies einem BTC-Preis von 54.774 Euro. Im Vergleich zu vor 24 Stunden liegt Bitcoin damit 2,01 Prozent im Minus.
Kryptomarkt versinkt im roten Bereich
Auch der Rest des Marktes musste deutliche Verluste hinnehmen. Ethereum verzeichnet ein Minus von 2,01 Prozent, XRP von 3,14 Prozent und Solana von 3,46 Prozent.
Die gesamte Top 20 notiert im negativen Bereich, und selbst innerhalb der breiteren Top 100 gibt es nur wenige Gewinner. Angeführt wird die Liste von DEXE mit einem beeindruckenden Plus von 22,01 Prozent.






