Wie Facebooks Kryptotraum in einem Albtraum endete

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21. Juni 2026, 22:00
Wie Facebooks Kryptotraum in einem Albtraum endete
Foto: FotoField/Shutterstock

Es ist inzwischen mehr als sieben Jahre her, dass Facebook die Finanzwelt mit der Ankündigung einer eigenen Kryptowährung Libra erschütterte.

Der Technologiekonzern wollte ein weltweites Bezahlsystem für seine Milliarden Nutzer aufbauen – direkt in WhatsApp integriert.

Was folgte, war keine Erfolgsgeschichte, sondern ein erbitterter Kampf mit Regierungen und Aufsichtsbehörden, der schließlich zum vollständigen Scheitern des Projekts führte.

Zusammengefasst

  • Facebook stellte am 18. Juni 2019 Libra vor, einen ambitionierten Plan für eine eigene Kryptowährung.

  • Internationale Aufsichtsbehörden griffen sofort ein – aus Sorge vor Missbrauch und zu viel Macht für den Technologiekonzern.

  • Nach dem Rückzug wichtiger Partner und einem gescheiterten Neustart wurde das Projekt 2022 endgültig eingestellt.

Facebooks Libra: die große Enthüllung

Am 18. Juni 2019 betrat Facebook, das inzwischen Meta heißt, selbstbewusst die Welt der Kryptowährungen.

Das Ziel von Libra war klar: eine stabile digitale Währung (Stablecoin), mit der Verbraucher ebenso einfach Geld schicken können wie eine Textnachricht.

Gekoppelt an Währungen wie den US-Dollar und den Euro sollte die Münze eine niedrigschwellige Alternative zum traditionellen Bankensystem bieten.

Die Pläne erhielten sofort erheblichen Rückhalt, als Finanzschwergewichte wie Visa, Mastercard, PayPal und Spotify sich hinter die Initiative stellten und einen Platz in der Libra Association einnahmen.

Die Rückschläge und das Ende von Metas Kryptowährung

Der Optimismus hielt jedoch nicht lange an. Nahezu unmittelbar nach der Ankündigung zogen Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Regierungen weltweit die Notbremse.

Die Sorge, dass ein Technologieriese mit Milliarden Nutzern die Kontrolle über das Währungssystem übernehmen könnte, war schlicht zu groß.

Hinzu kam ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt: Facebook stand damals noch massiv wegen des großen Datenschutzskandals rund um Cambridge Analytica in der Kritik.

Die Vorstellung, dass ein Technologiekonzern, der bereits nachlässig mit Nutzerdaten umging, nun auch noch sein eigenes Geldsystem verwalten würde, hielten viele Politiker für inakzeptabel.

Im Oktober 2019 wurde Mark Zuckerberg persönlich nach Washington vorgeladen. Während einer stundenlangen Anhörung vor dem US-Kongress versuchte er, die Pläne mit einer geopolitischen Warnung zu retten:

„Wenn Amerika dieses Projekt blockiert, wird China bald etwas Vergleichbares auf den Markt bringen.“

Unter starkem politischen Druck und nach kritischen Anhörungen in Washington bekamen die kommerziellen Partner kalte Füße. Unternehmen wie Visa und PayPal zogen sich schon bald aus dem Projekt zurück.

Auch eine spätere Umbenennung in „Diem“ sowie der Versuch, die Pläne deutlich zu verschlanken, konnten das Vorhaben nicht retten. Im Januar 2022 stellte das Unternehmen das Projekt endgültig ein, womit Facebooks Kryptoabenteuer ein unspektakuläres Ende fand.

Die geistigen Eigentumsrechte und die Technologie wurden für vergleichsweise geringe 182 Millionen US-Dollar an die Silvergate Bank verkauft. Die ultimative Ironie? Silvergate kaufte die Vermögenswerte, um die Währung selbst auf den Markt zu bringen, ging jedoch Anfang 2023 spektakulär insolvent. Damit verschwand das Libra-Abenteuer endgültig in den Geschichtsbüchern.

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