Stablecoins überholten erstmals das US-Bankensystem

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03. Apr. 2026, 19:32
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Der Aufstieg der Stablecoins setzt sich fort. Im Februar wurde erstmals mehr Geld über Stablecoins transferiert als über das amerikanische Banktransaktionsnetzwerk, das Automated Clearing House (ACH).

Kurz zusammengefasst:

  • Im Februar wurden Transaktionen im Wert von 6,25 Billionen Euro über Stablecoins abgewickelt, gegenüber 5,9 Billionen Euro über das ACH-Netzwerk.

  • Der Trend setzte sich im März fort, als das Transaktionsvolumen mit 6,5 Billionen Euro nahezu identisch mit dem des ACH-Netzwerks war.

  • Das ACH-Netzwerk ist das Rückgrat des amerikanischen Zahlungsverkehrs und verarbeitet rund 93 Prozent aller Gehaltszahlungen.

Stablecoins auf dem Vormarsch

Die Zahlen stammen von der Analyseplattform Artemis. Daraus geht hervor, dass das Transaktionsvolumen von Stablecoins im Februar erstmals höher lag als das des ACH.

In diesem Monat wurden Transaktionen im Wert von 6,25 Billionen Euro über Stablecoins abgewickelt, gegenüber 5,9 Billionen Euro über das ACH-Netzwerk. Im März war das Transaktionsvolumen nahezu gleich. Beide Systeme verarbeiteten in diesem Monat jeweils rund 6,5 Billionen Euro an Transaktionen.

Artemis basiert die Zahlen auf einem 30-Tage-Durchschnitt. Bestimmte Transaktionen, wie interner Datenverkehr, wurden dabei ausgeklammert, um ein klareres Bild der Lage zu vermitteln.

ACH-Netzwerk

Das ACH-Netzwerk ist ein zentrales Netzwerk für den amerikanischen Zahlungsverkehr. Es verarbeitet nahezu alle Gehaltszahlungen in den Vereinigten Staaten. Dass Stablecoins dessen Transaktionsvolumen nun erreichen, ist daher ein bedeutender Meilenstein.

Besonders bemerkenswert ist, dass Stablecoins erst rund zwölf Jahre existieren. Laut Analyst Alex Obchakevich entwickeln sie sich still und leise zur neuen Grundlage für weltweite Zahlungen:

„Stablecoins werden still und leise zur grundlegenden Infrastruktur für weltweite Zahlungen: keine Banken, keine Wochenenden, keine Grenzen."

Wachsende Rolle für Stablecoins

Stablecoins sind Krypto-Coins, deren Wert nicht schwankt, sondern stabil und an eine Fiatwährung wie den Euro oder Dollar gekoppelt ist. Ursprünglich wurden sie vor allem von Kryptobörsen im Kryptohandel eingesetzt, entwickelten sich in den vergangenen Jahren jedoch zu einer beliebten digitalen Alternative für alltägliche Zahlungen.

Besonders in den Vereinigten Staaten sind die Erwartungen an Stablecoins hoch. Das Land lockert die Regeln und will stark auf Stablecoins in Form digitaler Dollar setzen, um die Rolle des Dollars als Weltwährung zu stärken.

Zudem will die USA die Nutzung fördern, da die Unternehmen, die Stablecoins ausgeben, zunehmend größere Käufer amerikanischer Staatsanleihen sind. Laut dem amerikanischen Finanzministerium werden sie ab 2030 sogar die größten Käufer sein.

EU hinkt hinterher

In Europa verläuft die Entwicklung langsamer. Es gibt zwar Stablecoins auf Euro-Basis, diese werden jedoch häufig von amerikanischen Unternehmen ausgegeben. Die Europäische Union scheint stärker an digitalem Zentralbankgeld interessiert zu sein, um einen digitalen Euro einzuführen.