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Wie der „Tesla-Killer“ mit einem Fake-Video 26 Milliarden Euro wert wurde

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Wie der „Tesla-Killer“ mit einem Fake-Video 26 Milliarden Euro wert wurde

Foto: VanderWolf Images / Shutterstock.com

Das ist die bizarre Geschichte von Nikola, einem Truck-Unternehmen, das im Jahr 2020 zeitweise mehr wert war als der Autobauer Ford. Das Unternehmen erreichte eine Börsenbewertung von über 26 Milliarden Euro – obwohl es kaum funktionierende Technologie vorweisen konnte.

Später stellte sich heraus, dass eines der bekanntesten Werbevideos irreführend war. Der Truck fuhr nicht selbstständig, sondern rollte für die Aufnahmen einen Hügel hinunter.

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Zusammengefasst

  • Nikola war im Jahr 2020 über 26 Milliarden Euro wert.
  • Ein Werbevideo wurde mit einem Truck ohne funktionierenden Motor aufgenommen.
  • Gründer Trevor Milton wurde später wegen Betrugs verurteilt.

Wie Nikola in rasantem Tempo Milliarden wert wurde

Nikola wurde 2014 von Trevor Milton gegründet. Das Unternehmen versprach, elektrische und wasserstoffbetriebene Trucks zu bauen, die die Transportbranche komplett verändern sollten.

Vor allem im Jahr 2020 floss enorm viel Kapital in Unternehmen rund um Elektrofahrzeuge. Anleger sahen Nikola als möglichen Konkurrenten von Tesla.

2018 verklagte Nikola sogar Tesla und forderte mehr als 2 Milliarden US-Dollar wegen des Designs des Tesla-Semi-Trucks.

Nikola ging schließlich über eine SPAC an die Börse. Das ist eine schnelle Möglichkeit, ein Unternehmen ohne klassischen Börsengang börsennotiert zu machen.

Der Hype nahm danach schnell Fahrt auf. Der Autobauer General Motors kündigte sogar eine Zusammenarbeit mit Nikola an. Kurz darauf war das Unternehmen mehr wert als Ford, obwohl Nikola kaum Umsatz machte.

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Das Video, das alles veränderte

2018 veröffentlichte Nikola ein Werbevideo mit dem Titel „Nikola One in Motion“. Darin schien ein Truck selbstständig über eine Autobahn zu fahren.

Später stellte sich heraus, dass der Truck gar nicht selbst fuhr. Untersuchungen zufolge wurde das Fahrzeug oben auf einem Hügel positioniert und anschließend hinunterrollen gelassen, während der Kamerawinkel den Eindruck vermittelte, die Straße sei eben.

Nikola gab später zu, dass der Truck im Video nicht selbstständig fahren konnte.

Truck von Nikola während einer Präsentation. Quelle: Nikola Motor.
Truck von Nikola während einer Präsentation. Quelle: Nikola Motor.

Auch andere Aussagen gerieten unter Druck. Während einer Präsentation erklärte Trevor Milton, ein Prototyp funktioniere vollständig – später stellte sich jedoch heraus, dass wichtige Teile der Technologie nicht funktionierten.

Das Research-Unternehmen Hindenburg Research warf Nikola daraufhin vor, Anleger bewusst in die Irre geführt zu haben. Die Aktie brach massiv ein und Trevor Milton trat kurz darauf als CEO zurück.

Was Anleger daraus lernen können

Trevor Milton wurde später wegen Betrugs verurteilt. Nikola zahlte zudem Millionenbeträge, um Ermittlungen der US-Aufsichtsbehörden beizulegen.

Kursentwicklung von Nikola vom Höchststand im Jahr 2020 bis zur Insolvenz im Jahr 2025. Quelle: Investing.com.
Kursentwicklung von Nikola vom Höchststand im Jahr 2020 bis zur Insolvenz im Jahr 2025. Quelle: Investing.com.

Im Jahr 2025 meldete Nikola schließlich Insolvenz an. Die Aktie, die einst fast 94 US-Dollar wert war, fiel später auf nur noch wenige Cent.

Die Geschichte von Nikola zeigt, wie weit Anleger manchmal von Hype und großen Versprechungen mitgerissen werden.

Das sieht man häufiger in neuen Märkten wie KI, Elektrofahrzeugen und Kryptowährungen. Beispiele dafür sind Projekte wie FTX oder Terra, bei denen der Hype letztlich in enormen Verlusten endete.

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Über den Autor:
Jan-Eric Stehr

Jan-Eric Stehr ist seit August 2023 Chief Editor bei Crypto Insiders. Davor übersetzte und lokalisierte er die Website ins Deutsche. Mit seinem Ingenieursabschluss (B.Sc.) in Prozessmanagement/Maschinenbau und beruflicher Erfahrung im Consulting, unterstützt er Unternehmen beim Einstieg in den deutschen Markt. Seine Leidenschaft für Kryptowährungen fand er 2020, als er in sie investierte, und durch seine freiberufliche Tätigkeit vertiefte er sich weiter in dieses Thema.

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