Foto: @CoinCheckTV Bild YT
Es gibt eine Firma, die mehr Gewinn macht als die Bank of America oder Citigroup. Eine Firma ohne klassischen CEO, extrem verschwiegen, mit enormem Einfluss auf die globalen Finanzmärkte: Jane Street.
Monatlich bewegt sie über zwei Billionen US-Dollar durch die Märkte, kontrolliert rund 41 % des US-Anleihen-ETF-Handels und etwa 10 % des US-Aktienmarktes. 2024 lag der Nettogewinn bei über 20 Milliarden US-Dollar.
Spätestens seit der Terra-Luna-Klage steht Jane Street erneut im Fokus. Der Vorwurf: mögliche Nutzung von Insiderinformationen. Gleichzeitig kursiert im Kryptomarkt die These, dass Bitcoin (BTC) systematisch zur US-Börsenöffnung – also um 16 Uhr unserer Zeit – abverkauft wird.
Ich wollte wissen: Ist da wirklich etwas dran?
Der 10-AM-Slam: Manipulation oder Marktmechanik?
Um das zu prüfen, habe ich 22.700 Stundenkerzen von Bitcoin analysieren lassen. Die zentrale Frage: Ist die 16-Uhr-Kerze statistisch auffällig negativ?
Das Ergebnis: Ja, diese Stunde gehört historisch betrachtet tatsächlich zu den schwächeren. Aber – und das ist entscheidend – dieses Muster existierte bereits vor der Einführung der Bitcoin-ETFs. In mehreren Marktphasen war die 10-AM-Kerze (US-Zeit) eine der schwächsten Stunden des Tages.
Das spricht zumindest gegen die einfache Erklärung, dass ausschließlich ETF-Abflüsse dafür verantwortlich sind. Gleichzeitig sehen wir ähnliche Volatilitätsmuster auch in anderen Assetklassen wie Aktien oder Anleihen.
Um 10 Uhr US-Zeit werden regelmäßig wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Zusätzlich verstärken hohe Hebel im Kryptomarkt Bewegungen erheblich.
Für mich ist daher klar: Das Muster existiert – aber es ist nicht automatisch ein Beweis für Manipulation.
Die Rolle von Jane Street im Kryptomarkt
Jane Street ist unter anderem „Authorized Participant“ (AP) für große Bitcoin-ETFs wie BlackRocks IBIT. Das bedeutet: Wenn Investoren ETF-Anteile verkaufen, muss der AP die zugrunde liegenden Bitcoins am Spotmarkt verkaufen. Dieser Verkaufsdruck ist mechanisch notwendig.
Zusätzlich arbeitet Jane Street mit delta-neutralen Strategien. Das heißt, Positionen werden über Derivate abgesichert. Viele der gemeldeten Krypto-Positionen sind keine spekulativen Wetten, sondern Hedging-Inventar. Gewinne entstehen durch Arbitrage und Struktur – nicht durch einfache Richtungswetten.
Die populäre These lautet jedoch: Jane Street verkauft gezielt zur Marktöffnung, löst Liquidationen aus und kauft günstiger zurück. Ich halte das für zu simpel. Wenn ein Muster derart offensichtlich wäre, könnten es Trader weltweit „front-runnen“.
Ein dauerhaft manipulativer Algorithmus, der immer zur gleichen Uhrzeit agiert, wäre aus meiner Sicht ineffizient.
Die eigentliche Grauzone – und was jetzt entscheidend wird
Heißt das, Manipulation ist ausgeschlossen? Nein. Märkte werden immer wieder beeinflusst – nach oben wie nach unten. Die entscheidende Frage ist für mich eine andere: Wird lediglich notwendige Marktmechanik ausgeführt oder wird Liquidität gezielt ausgenutzt?
Jane Street kennt die Marktstruktur extrem genau. Sie wissen, wo Liquidationen liegen und wann Orderbücher dünn sind. Der Unterschied zwischen „müssen verkaufen“ und „optimal ausnutzen“ ist die eigentliche Grauzone.
Entscheidend wird deshalb die Regulierung. Mit dem geplanten Clarity Act könnten klare Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC geschaffen und Echtzeitüberwachung eingeführt werden. Sollte diese Transparenz kommen, würde sich zeigen, ob systematische Marktverzerrungen existieren.
Die 16-Uhr-Schwäche ist statistisch belegbar, aber kein eindeutiger Manipulationsbeweis. Viele Erklärungen sind strukturell nachvollziehbar. Wirkliche Klarheit wird es erst geben, wenn regulatorisch genauer hingeschaut wird.
Bis dahin bleibe ich skeptisch gegenüber einfachen Antworten – besonders dann, wenn sie zu gut ins Narrativ passen.
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